Deutsche Tageszeitung - Weißes Haus veröffentlicht manipuliertes Bild von festgenommener Demonstrantin

Weißes Haus veröffentlicht manipuliertes Bild von festgenommener Demonstrantin


Weißes Haus veröffentlicht manipuliertes Bild von festgenommener Demonstrantin
Weißes Haus veröffentlicht manipuliertes Bild von festgenommener Demonstrantin / Foto: © AFP

Das Weiße Haus hat ein manipuliertes Bild einer im US-Bundesstaat Minnesota festgenommenen Demonstrantin veröffentlicht, ohne dies kenntlich zu machen. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem veröffentlichte am Donnerstagmorgen im Onlinedienst X ein Bild von der Festnahme der Demonstrantin Nekima Levy Armstrong, auf dem sie ruhig und ausdruckslos schaut.

Textgröße ändern:

Etwa 30 Minuten später veröffentlichte das Weiße Haus ebenfalls auf X das gleiche Foto, jedoch ist Armstrong, die bei einer Protestaktion gegen die US-Einwanderungspolizei ICE festgenommen worden war, darauf weinend zu sehen. Ihr Mund steht offen, sie runzelt die Stirn und Tränen laufen über ihr Gesicht. In der Bildunterschrift wird Armstrong als "linksextreme Unruhestifterin" bezeichnet. In dem Post gab es keinen Hinweis darauf, dass das Bild bearbeitet wurde und es blieb zunächst unklar, ob das Bild mit einem KI-Programm oder mit einer Bildbearbeitungssoftware verändert worden war.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP verwies das Weiße Haus auf einen Post des stellvertretenden Kommunikationsdirektors des Weißen Hauses, Kaelan Dorr. "Noch einmal für die Menschen, die das Bedürfnis haben, reflexartig die Täter abscheulicher Verbrechen in unserem Land zu verteidigen, möchte ich diese Botschaft weitergeben", schrieb Dorr auf X und teilte den Beitrag des Weißen Hauses mit dem veränderten Foto von Armstrong erneut. "Die Durchsetzung des Gesetzes wird fortgesetzt. Die Memes werden fortgesetzt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit", fügte er hinzu.

Unter dem Post hinterfragten zahlreiche Nutzer die Bearbeitung des Bildes. Es müsse parteiübergreifend als beunruhigend eingestuft werden, wenn KI genutzt werde, "um Fotos zu manipulieren und sie als Tatsache zu präsentieren, was hier offenbar der Fall ist", schrieb ein Nutzer.

US-Präsident Donald Trump hat die Verwendung KI-generierter Bilder auf Truth Social und anderen Plattformen im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit massiv verstärkt. Auf den Bildern wird Trump glorifiziert, während seine Gegner verspottet werden.

Die auf dem Foto abgebildete Anwältin Levy Armstrong und zwei weitere Demonstranten waren nach einer Protestaktion gegen das Vorgehen der Einwanderungspolizei ICE in einer Kirche in im US-Bundesstaat Minnesota festgenommen worden. Die Demonstrierenden hatten einen Gottesdienst in einer Kirche in St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, gestört, in der sie den stellvertretenden Leiter des örtlichen ICE‑Büros vermuteten.

Die Proteste gegen Trumps Abschiebepolitik und die Einwanderungspolizei ICE hatten sich ausgeweitet, nachdem ein ICE-Polizist am 7. Januar die unbewaffnete Mutter Renee Nicole Good in ihrem Auto mit mehreren Schüssen getötet hatte. Die Trump-Regierung stellt Good als "inländische Terroristin" dar, die von dem Polizisten aus Notwehr getötet worden sei, nachdem sie ihn "überfahren" habe. Videoaufnahmen zeigen aber, dass Good ihr Fahrzeug von dem ICE-Beamten wegsteuerte.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Betrieb am Berliner Flughafen BER wegen Eisregen "im Prinzip eingestellt"

Der Betrieb am Berliner Flughafen BER ist am Donnerstagabend wegen des eisigen Winterwetters weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit 19.30 Uhr seien keine Flüge mehr gestartet oder gelandet, sagte eine Flughafensprecherin der Nachrichtenagentur AFP. "Der Flughafenbetrieb ist im Prinzip eingestellt, es ist spiegelglatt", sagte sie.

Danone weitet Rückruf von Babynahrung wegen möglicher Verunreinigung mit Giftstoff aus

Der Lebensmittelriese Danone hat den Rückruf von Babynahrung in Deutschland wegen möglicher Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid deutlich ausgeweitet. Danone rief am Donnerstag mehr als 120 Produktionschargen der Marken Aptamil und Milumil in Deutschland und Österreich zurück. Dies geschehe "vor dem Hintergrund der aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert", erklärte das Unternehmen.

Milliardär Musk bekennt: Geld macht nicht glücklich

Der US-Tech-Milliardär und reichste Mann der Welt, Elon Musk, hat mit einem ungewöhnlichen Bekenntnis Millionen von Online-Klicks erzielt: "Wer auch immer gesagt hat 'Geld kann kein Glück kaufen', wusste wirklich, wovon er sprach", schrieb Musk auf seiner Internetplattform X an seine knapp 234 Millionen Follower. Er kommentierte dies mit einem traurigen Emoji.

Tod eines Zugbegleiters: Debatte über Konsequenzen

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters bei einer Fahrkartenkontrolle in Rheinland-Pfalz ist eine Debatte über die Konsequenzen aus dem Fall voll entbrannt. Vertreter von Gewerkschaften und Bahnbetriebsrat forderten eine Doppelbesetzung und bessere Schutzausrüstung für das Zugpersonal, etwa in Form von Bodycams und Notfallknöpfen. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte einen Sicherheitsgipfel an, zu dem sie "in den nächsten Tagen" einladen werde.

Textgröße ändern: