Deutsche Tageszeitung - Merz: Windkraft ist "Übergangstechnologie" auf Weg zu Fusionsenergie

Merz: Windkraft ist "Übergangstechnologie" auf Weg zu Fusionsenergie


Merz: Windkraft ist "Übergangstechnologie" auf Weg zu Fusionsenergie
Merz: Windkraft ist "Übergangstechnologie" auf Weg zu Fusionsenergie / Foto: © AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht die Windenergie lediglich als "Übergangstechnologie". Die Windkraft "wird uns zehn Jahre, 20 Jahre, vielleicht 30 Jahre begleiten", sagte Merz am Montag beim Nordseegipfel in Hamburg. Er setze aber darauf, "dass Deutschland den ersten Fusionsreaktor der Welt ans Netz nimmt". Strom werde dann so günstig sein, dass es keine anderen Erzeugungsmethoden mehr brauche.

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An der Energieerzeugung mittels Kernfusion wird derzeit noch geforscht. Auch die Bundesregierung hatte Anfang Oktober eine milliardenschwere Förderung dafür bewilligt.

Bei der Kernfusion, wenn in Sternen Atomkerne zu einem neuen Kern eines schwereren Elements verschmelzen, werden gewaltige Mengen Energie freigesetzt. Auch das Strahlen der Sonne, in der aus Wasserstoffatomen durch Kernfusion Helium wird, ist darauf zurückzuführen. Die Idee ist, diese Prozesse künstlich herbeizuführen und die Energie zu nutzen.

Der theoretische Vorteil gegenüber der klassischen Atomkraft, bei der Atomkerne gespalten werden, ist, dass nur indirekt und in geringerem Ausmaß radioaktive Abfälle anfallen. Eine unkontrollierbare Kettenreaktion wie bei der Kernspaltung gilt in einem Fusionskraftwerk zudem als nicht möglich.

Allerdings ist es in jahrzehntelanger Forschung bisher nicht gelungen, nennenswert Energie aus Versuchsanlagen zu gewinnen, da die für den Betrieb benötigte Energie in der Regel die freigesetzte Menge übersteigt. Merz zeigte sich nun überzeugt, dass die Technologie in zehn bis 20 Jahren verfügbar sein werde.

Umweltschützer warnen davor, dass die Kernfusionstechnologie falsche Hoffnungen wecken könne und der Fokus auf große Kraftwerke Bemühungen um eine möglichst dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren entgegenstehe.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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