Deutsche Tageszeitung - EU-Handelsabkommen mit Indien: Niedrigere Zölle auf Autos, Wein und Pasta

EU-Handelsabkommen mit Indien: Niedrigere Zölle auf Autos, Wein und Pasta


EU-Handelsabkommen mit Indien: Niedrigere Zölle auf Autos, Wein und Pasta

Das Handelsabkommen mit Indien sieht nach Angaben aus Brüssel eine Senkung fast aller Zölle auf Produkte aus der EU vor - darunter auf Autos, Wein und Pasta. Die indischen Zölle auf Autos sollen im Rahmen einer Quote schrittweise von 110 auf zehn Prozent sinken, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Die Importaufschläge auf Wein sollen demnach von 150 auf 20 Prozent sinken.

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"Die EU und Indien schreiben heute Geschichte", erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Das Abkommen sei "ein Signal an die Welt, dass regelbasierte Zusammenarbeit weiterhin großartige Ergebnisse liefert", fuhr sie fort.

Das Abkommen sieht einen schrittweisen Abbau der Zölle vor. Für Autos heißt das: Die bisher hohen indischen Aufschläge sinken zunächst auf 35 Prozent, in den kommenden Jahren auf zehn Prozent. Es gilt eine Obergrenze für die niedrigeren Zölle von insgesamt 250.000 Autos, davon 160.000 Verbrenner und 90.000 Elektroautos.

Darüber hinaus würden wieder die höheren Zölle fällig. Das sind für Autos im Wert von weniger als 40.000 Dollar (rund 33.700 Euro) bislang 66 Prozent, für teurere Autos gilt ein Aufschlag von 110 Prozent. Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Abkommens sollen zudem die Zölle auf Autoteile ganz wegfallen.

Nach Angaben der EU-Kommission sollen außerdem die Zölle auf Pharmaprodukte und Chemikalien deutlich sinken. Auch die europäische Landwirtschaft will mehr nach Indien exportieren. Neben den geringeren Zöllen auf Wein sollen die Aufschläge auf Pasta, Schokolade und Olivenöl ganz wegfallen.

Andere Agrarprodukte wie Rind-, Schweine- und Hühnchenfleisch sowie Reis und Zucker sind nicht Teil des Abkommens. In Europa ist die Vereinbarung deshalb deutlich weniger umstritten als etwa das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten.

Indien ist mit rund 1,4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde und dürfte Schätzungen zufolge in diesem Jahr zur viertgrößten Volkswirtschaft aufsteigen - die EU will sich einen Zugang zu dem Exportmarkt sichern. Umgekehrt ist die EU bereits Indiens größter Handelspartner.

Die EU bemüht sich um alternative Handelspartner, nicht zuletzt, seit US-Präsident Donald Trump mit seiner Zollpolitik für Probleme in der europäischen Exportwirtschaft sorgt. Mit Indien will die EU außerdem in der Cybersicherheit und der Terrorismus-Abwehr enger zusammenarbeiten.

(P.Tomczyk--DTZ)

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