Deutsche Tageszeitung - Fast 28 Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiten auf eigenen Wunsch reduziert

Fast 28 Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiten auf eigenen Wunsch reduziert


Fast 28 Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiten auf eigenen Wunsch reduziert
Fast 28 Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiten auf eigenen Wunsch reduziert / Foto: © AFP/Archiv

Fast 28 Prozent der Teilzeitbeschäftigten haben zuletzt auf eigenen Wunsch reduziert gearbeitet. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag zu Beschäftigungszahlen aus dem Jahr 2024 mitteilte, gaben 27,9 Prozent der damals insgesamt 13,1 Millionen Erwerbstätigen in Teilzeit den "Wunsch nach Teilzeittätigkeit" als Grund dafür an. Ein weiterer wichtiger Grund war die Betreuung von Angehörigen (23,5 Prozent), also Kinder, Menschen mit Behinderung oder Pflegebedürftige.

Textgröße ändern:

Bei der Betreuung von Angehörigen war der Anteil bei den Frauen mit 28,8 Prozent mehr als viermal so hoch wie bei den Männern mit 6,8 Prozent. Wer wegen Betreuungspflichten die Arbeitszeit reduzierte, tat dies zudem mehrheitlich auf eigenen Wunsch - 65,3 Prozent gaben an, das selbst übernehmen zu wollen. Verfügbarkeit oder Kosten von Betreuungsangeboten spielten bei der Entscheidung laut Statistikamt eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Weitere Gründe für Teilzeit waren laut Statistischem Bundesamt eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Studium (11,6 Prozent) und eine eigene Krankheit oder Behinderung (4,9 Prozent). Nur 4,8 Prozent der Teilzeitbeschäftigten würden demnach gern in Vollzeit arbeiten, fanden jedoch keine passende Stelle. Die restlichen 27,4 Prozent hatten andere familiäre, persönliche oder sonstige Gründe für ihre Teilzeitbeschäftigung.

Am Donnerstag hatte das Jobportal Indeed mitgeteilt, dass der hohe Anteil an Beschäftigten in Teilzeit zu einem großen Teil von den Unternehmen selbst aus. Das Angebot an Teilzeitstellen nehme seit Jahren stetig zu, während das Interesse seitens der Jobsuchenden konstant bleibe, erklärte Indeed.

Der CDU-Wirtschaftsflügel hatte in der vergangenen Woche mit dem Vorschlag, das Recht auf Teilzeitarbeit einzuschränken, für Furore gesorgt. Ziel ist es demnach, mehr Menschen in Vollzeitarbeit zu bringen. Besonders die Formulierung "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit" zog jedoch Kritik auch innerhalb der CDU nach sich.

Nach neuen Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiteten im Jahr 2024 rund 30,6 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland in Teilzeit - mehr als je zuvor. Mit 49,5 Prozent war fast jede zweite Frau teilzeitbeschäftigt, bei den Männern waren es 13,9 Prozent.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Abschaffung von Heizungsgesetz bringt Großteil von geplantem Bürokratiekostenabbau

Die Bundesregierung gibt an, in den vergangenen Monaten dutzende Maßnahmen zum Bürokratieabbau für Einsparungen in Milliardenhöhe auf den Weg gebracht zu haben. Bei weitem der größte Teil dieser erwarteten Minderbelastungen für Bürger und Unternehmen ergibt sich jedoch aus einer einzigen Maßnahme: der Abschaffung des sogenannten Heizungsgesetzes der Ampel-Koalition. Aus Regierungskreisen hieß es am Mittwoch zudem, dass durch die wiedergewonnene Freiheit im Heizungskeller weitere, noch nicht absehbare Kosten entstehen können.

Chinas Wirtschaftswachstum auf niedrigstem Stand seit mehr als drei Jahren

Die Wirtschaftswachstum in China hat sich im zweiten Quartal verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,3 Prozent, wie das Statistikamt in Peking am Mittwoch mitteilte. Damit wurde das geringste Wachstum seit mehr als drei Jahren verzeichnet.

US-Militär greift erneut Ziele im Iran an und nimmt Seeblockade wieder auf

Die US-Armee hat die vierte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen und zudem die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder aufgenommen. Der Iran führte erneut Vergeltungsangriffe aus und nahm dabei US-Ziele in Kuwait, Jordanien und Bahrain ins Visier. US-Präsident Donald Trump drohte damit, in der kommenden Woche Angriffe auf Kraftwerke und Brücken im Iran anzuordnen, falls der Iran einem Abkommen bis dahin nicht zustimme.

Merz stellt sich in Sommerpressekonferenz Fragen der Medien

Gut 14 Monate nach seinem Amtsantritt stellt sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch (13.00 Uhr) bei der traditionellen Sommerpressekonferenz in Berlin den Fragen der Medien. Dabei soll es in der Bundespressekonferenz um "aktuelle Themen der Innen- und Außenpolitik" gehen.

Textgröße ändern: