Deutsche Tageszeitung - Aus Sicherheitsgründen: China verbannt versenkbare Autotürgriffe

Aus Sicherheitsgründen: China verbannt versenkbare Autotürgriffe


Aus Sicherheitsgründen: China verbannt versenkbare Autotürgriffe
Aus Sicherheitsgründen: China verbannt versenkbare Autotürgriffe / Foto: © AFP/Archiv

Türgriffe, die elegant in der Karosserie verschwinden, sind insbesondere bei vielen Elektroautos beliebt - doch nach Ansicht der chinesischen Behörden stellen sie auch ein Sicherheitsrisiko dar. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Türen deshalb sowohl innen als auch außen über eine mechanische Entriegelungsmöglichkeit verfügen, wie aus am Montag veröffentlichten Vorschriften des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie hervorgeht. Damit solle das Sicherheitsniveau der Fahrzeuge verbessert werden, erklärte das Ministerium.

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In der Volksrepublik waren zuletzt zunehmend Sicherheitsbedenken bezüglich der versenkbaren Türgriffe laut geworden, die zwar den Luftwiderstand verringern, aber bei einem Unfall auch ihre Funktionstüchtigkeit verlieren können. So hatte sich etwa im Oktober ein vielbeachteter Vorfall ereignet, bei dem es Rettungskräften in der Stadt Chengdu nicht gelungen war, die Türen eines brennenden Xiaomi-Elektrofahrzeugs zu öffnen.

Die neuen Regeln gelten nach Angaben des Ministeriums für alle Fahrzeuge. Bereits zur Markteinführung zugelassene Modelle bekommen demnach aber zwei zusätzliche Jahre Zeit, um die Vorschriften zu erfüllen.

Begründet hatte den Trend zu flächenbündig versenkbaren Türgriffen der US-Elektroautobauer Tesla mit seinem Model S 2012. Seitdem folgten vor allem die hightech-affinen chinesischen Hersteller dem Designtrend, der auch die Aerodynamik der Fahrzeuge verbessern kann.

Die neuen Vorgaben könnten Analysten zufolge nun Autobauer weltweit dazu veranlassen, die Gestaltung ihrer Fahrzeugtüren zu überdenken. Denn China entwickele sich auf dem schnell wachsenden Markt für Elektroautos immer mehr zum Vorreiter, der international die Standards setze, erklärte Automobilmarktexperte Bill Russo von der in Shanghai ansässigen Beratungsfirma Automobility. Er gehe deshalb davon aus, dass die neuen Türvorschriften auch im Ausland, insbesondere in Europa, "Nachahmer finden werden", wie er der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Tu Le, Gründer von Sino Auto Insights wies zudem darauf hin, dass China als weltgrößter Automarkt auch "informell" globale Standards setze. Die neuen Vorschriften für Türgriffe bedeuteten, dass Unternehmen wie Tesla, Kia aus Südkorea und andere traditionelle Autohersteller, die ihre Fahrzeuge in mehreren Regionen verkaufen, entscheiden müssten, "ob sie die Änderung nur für das China-Produkt vornehmen oder weltweit umsetzen", erklärte er. Dies werde für einige Autohersteller "eine Herausforderung sein".

(U.Beriyev--DTZ)

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