Deutsche Tageszeitung - Venezuelas Übergangspräsidentin trifft Vertreter europäischer Ölkonzerne

Venezuelas Übergangspräsidentin trifft Vertreter europäischer Ölkonzerne


Venezuelas Übergangspräsidentin trifft Vertreter europäischer Ölkonzerne
Venezuelas Übergangspräsidentin trifft Vertreter europäischer Ölkonzerne / Foto: © Venezuelan Presidency/AFP/Archiv

Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat sich nach Angaben des staatlichen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA mit Vertretern europäischer Ölkonzerne getroffen. Rodríguez habe Gespräche mit dem spanischen Konzern Repsol und dem französischen Konzern Maurel & Prom geführt, erklärte PDVSA am Mittwoch (Ortszeit) im Onlinedienst Telegram. Unter massivem Druck der US-Regierung hat Caracas seinen Ölsektor für ausländische Investoren geöffnet.

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Beide Unternehmen sind seit Jahren durch Gemeinschaftsunternehmen mit PDVSA in Venezuela tätig und haben in der Vergangenheit durch US-Sanktionen wiederholt Störungen erlebt. Mit Repsol habe Rodríguez sich getroffen, um "die Energiesouveränität des Landes durch Respekt und eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit zu stärken", erklärte PDVSA. Bei den Gesprächen mit Maurel & Prom sei es darum gegangen, "strategische Allianzen zu festigen, die die Energieproduktionskapazität des Landes stärken".

Vergangene Woche hatte das venezolanische Parlament ein Gesetz zur Öffnung seines Ölsektors für private Investoren verabschiedet. Bislang durften lediglich mit PDVSA verbundene Gemeinschaftsunternehmen im Erdölsektor des Landes tätig werden, wobei PDVSA stets die Mehrheit behielt. Nun können private Unternehmen eigenständig Erdöl erschließen, fördern und verkaufen, ohne ein Joint Venture mit PDVSA eingehen zu müssen.

Die Öffnung des Ölsektors für ausländische Investoren ist nach Ansicht von Experten eindeutig auf entsprechendem Druck Washingtons zurückzuführen. Seit der gewaltsamen Absetzung des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz in Caracas Anfang Januar hat US-Präsident Donald Trump immer wieder sein Interesse an den großen Ölvorkommen des Landes betont. Venezuela verfügt über die größten Erdölreserven der Welt.

Trump hat Maduros früherer Stellvertreterin Rodríguez mit einem ähnlichen Schicksal gedroht, sollte sie Washington keinen Zugang zu den riesigen Erdölvorkommen des südamerikanischen Landes gewähren. Maduro ist seit seiner gewaltsamen Absetzung in New York inhaftiert, ihm soll dort wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden.

(V.Sørensen--DTZ)

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