Deutsche Tageszeitung - Hoffnung auf Trendwende: Industrie verbucht kräftiges Auftragsplus

Hoffnung auf Trendwende: Industrie verbucht kräftiges Auftragsplus


Hoffnung auf Trendwende: Industrie verbucht kräftiges Auftragsplus
Hoffnung auf Trendwende: Industrie verbucht kräftiges Auftragsplus / Foto: © AFP

Angesichts von Großaufträgen auch aus dem Rüstungsbereich hat sich die Auftragslage der deutschen Industrie weiter verbessert: Das Ordervolumen stieg im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 7,8 Prozent und verglichen mit dem Vorjahresmonat gar um 13,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht darin einen "Hoffnungsschimmer, dass der Wendepunkt in der Industriekonjunktur endlich erreicht ist".

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Wie das Bundesamt in Wiesbaden ausführte, erreichte der Auftragseingang im Dezember nach vorläufigen Daten das höchste Niveau seit Februar 2022. Bereits in den Monaten zuvor hatte sich die Auftragslage deutlich verbessert; den Novemberwert korrigierten die Statistiker am Donnerstag leicht auf plus 5,7 Prozent zum Vormonat nach oben.

Getragen wird diese Entwicklung nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums auch von den höheren staatlichen Investitionen: "Bereits seit einigen Monaten führen inländische Großaufträge - insbesondere in Verbindung mit öffentlichen Beschaffungen im Rahmen der Modernisierung der Bundeswehr wie auch mit Aufträgen im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität - zu Ausschlägen bei den monatlichen Auftragseingängen", erklärte das Ministerium in Berlin.

Zwar sanken laut Statistischem Bundesamt im Dezember im Bereich Sonstiger Fahrzeugbau, der neben Flugzeugen, Schiffen und Zügen auch Militärfahrzeuge umfasst, die Auftragseingänge um 18,7 Prozent gegenüber dem "hohen Niveau des Vormonats". Dennoch habe es auch hier wieder "umfangreiche Großaufträge" gegeben. Das deutlichste Plus wurde zum Jahresende bei der Herstellung von Metallerzeugnissen (plus 30,2 Prozent zum Vormonat) und im gewichtigen Maschinenbau (plus 11,5 Prozent) verzeichnet, die Autobauer verbuchten hingegen einen Rückgang beim Auftragseingang (minus 6,3 Prozent).

"Die stärkste Nachfragedynamik kam erneut aus dem Inland", hob das Wirtschaftsministerium hervor. Während die Order aus der Eurozone verglichen mit November leicht zurückgingen, zog gleichwohl auch die Nachfrage aus Ländern außerhalb der Eurozone im Dezember kräftig an. Die Auftragseingänge aus dem Ausland entwickelten sich aber "angesichts der handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten tendenziell schwächer und unter stärkeren Schwankungen", erläuterte das Ministerium.

Das insgesamt deutliche Auftragsplus im Dezember, das laut Statistischem Bundesamt ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen nur 0,9 Prozent zum Vormonat betrug, weckte am Donnerstag Hoffnungen auf eine Trendwende in der im vergangenen Jahr teils stark unter Druck geratenen Industrie. "Zwar sind die Zuwächse stark von Großaufträgen geprägt, aber auch ohne Großaufträge ist ein schwacher Aufwärtstrend erkennbar", erklärte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen.

"Besonders das Plus bei den Bestellungen aus EU-Drittstaaten zeigt, wie wichtig es für die deutsche Industrie ist, über weitere Freihandelsabkommen neue Märkte besser zu erschließen", fügte Zenzen hinzu. Zugleich wies er darauf hin, dass die Industrie weiter unter "großen strukturellen Problemen" leide. Weitere Reformschritte der Regierung seien hier unerlässlich.

Als "fulminanten Auftragsschub" wertete unterdessen der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, das Orderplus im Dezember. "Noch im Sommer 2025 hatten die Auftragseingänge fast 15 Prozent unter dem Niveau von 2022 gelegen", erklärte er. Nach seiner Einschätzung verdichten sich nun die Indizien, "dass die steigenden Staatsausgaben im neuen Jahr die Wirtschaft ankurbeln werden".

(L.Møller--DTZ)

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