Deutsche Tageszeitung - Branchenverbände fordern Fokus auch auf Sanierungen im neuen Heizungsgesetz

Branchenverbände fordern Fokus auch auf Sanierungen im neuen Heizungsgesetz


Branchenverbände fordern Fokus auch auf Sanierungen im neuen Heizungsgesetz
Branchenverbände fordern Fokus auch auf Sanierungen im neuen Heizungsgesetz / Foto: © AFP

Verbände verschiedener Branchen mit teils sehr unterschiedlicher Interessenlage haben sich gemeinsam für einen Fokus auf energetische Sanierungen im neuen Heizungsgesetz ausgesprochen. Wärmepumpenhersteller, Baustoffexperten und Energieberater legten am Donnerstag einen Vorschlag für eine Verbesserung der derzeitigen Regelungen vor. Demnach sollten Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudeeffizienz auf die strittige 65-Prozent-Vorgabe im derzeitigen Gebäudeenergiegesetz (GEG) angerechnet werden.

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Die Regelung aus der als "Heizungsgesetz" bekannt gewordenen Novelle des GEG der Ampel-Regierung besagt, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Die Vorgabe ist auch Streitpunkt in der von der aktuellen Bundesregierung in Aussicht gestellten erneuten Reform: Die SPD will an den 65 Prozent grundsätzlich festhalten, die Union nicht.

Die Verbände Energieeffiziente Gebäudehülle (Buveg), Wärmepumpe (BWP) und Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerk (GIH) gaben eine Untersuchung in Auftrag, wie sich Vorgaben für neue Heizungen in Kombination mit Anreizen für Sanierungsmaßnahmen auswirken. Die beauftragten Experten vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung (ITG, Dresden) und dem Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW, München) kommen zu dem Schluss, dass Sanierungsmaßnahmen zu teils deutlich höheren CO2-Einsparungen führen als nur eine neue Heizung.

So würde im untersuchten Beispielfall eines Einfamilienhauses aus den 1970ern eine neue Gasheizung in Kombination mit neuen Fenstern mehr Einsparung bringen als der Einbau einer Stromdirektheizung oder die Umstellung auf Fernwärme. Zugleich stellten die Experten fest, dass eine neue Gasheizung ohne Sanierung, auch wenn sie teils mit Biomethan betrieben wird, nicht ansatzweise dieselben Einsparungen bringt.

"Würden Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle nun auch als alternative Lösung gleichwertig anerkannt, wäre dies ein echter Durchbruch", erklärte Benjamin Weismann, Geschäftsführer des Energieberatendenverbands GIH. "Die Senkung des Energiebedarfs muss zukünftig, neben der wichtigen CO2‑Minderung, zu einem maßgeblichen Faktor werden."

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag eine weitreichende Überarbeitung des sogenannten Heizungsgesetzes vereinbart. Der Vorschlag dafür sollte längst stehen, bislang konnten sich die beteiligten Ministerien und Fraktionen aber nicht einigen.

(V.Sørensen--DTZ)

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