Deutsche Tageszeitung - Stahlkonzern Salzgitter will Duisburger Stahlwerk HKM übernehmen

Stahlkonzern Salzgitter will Duisburger Stahlwerk HKM übernehmen


Stahlkonzern Salzgitter will Duisburger Stahlwerk HKM übernehmen
Stahlkonzern Salzgitter will Duisburger Stahlwerk HKM übernehmen / Foto: © AFP

Der Stahlkonzern Salzgitter will die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg übernehmen. "Nach intensiven Verhandlungen und unter Vermittlung des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch" sei eine Vereinbarung zur Fortführung des Stahlwerks vereinbart worden, erklärte Salzgitter am Freitag. Demnach ist ein Verkauf der HKM-Anteile im Besitz von Thyssenkrupps Stahlsparte zum 1. Juni diesen Jahres geplant.

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HKM gehört aktuell zu 50 Prozent Thyssenkrupp Steel Europe. 30 Prozent der Anteile hält bereits Salzgitter. Weitere 20 Prozent gehören dem französischen Stahlrohrhersteller Vallourec. Das Stahlwerk beliefert unter anderem Thyssenkrupp - der Industriekonzern hat jedoch den noch bis 2032 laufenden Liefervertrag gekündigt, weshalb der Fortbestand des Werks unsicher war.

Die Eigentümer hatten in den vergangenen drei Wochen intensiv verhandelt. Im Ergebnis endet der Liefervertrag mit Thyssenkrupp Steel bereit Ende 2028, wie Salzgitter mitteilte. Über weitere Details der Einigung und "zur Entflechtung der bislang geltenden vertraglichen Beziehungen wurde Stillschweigen vereinbart".

"Diese Vereinbarung ist ein wichtiges Etappenziel und bringt uns auf dem Weg ein gutes Stück weiter, für HKM eine gute industrielle Zukunft zu erarbeiten", erklärte Salzgitter-Chef Gunnar Groebler. "Sie schafft Klarheit für alle Beteiligten in diesem Prozess und gibt den Mitarbeitenden von HKM eine positive Perspektive." Salzgitter will künftig CO2-frei Stahl produzieren und HKM darin einbeziehen.

Den Angaben nach steht die Vereinbarung noch unter Vorbehalt. Unter anderem werde derzeit noch ein Gutachten zur Fortführung des Standorts in Duisburg erstellt. Auch der dritte Eigentümer, Vallourec, muss dem Verkauf noch zustimmen.

Arbeitnehmervertreter begrüßten die Ankündigung. Ihm falle "in großer Stein vom Herzen", erklärte Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Duisburg-Dinslaken. "Wir freuen uns riesig über die Einigung und sind dankbar, dass die Gesellschafter unserem Vorschlag einer externen Mediation gefolgt sind", erklärte Thomas Hay, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender HKM. "Es wird trotzdem ein schwieriger Weg. Aber es erhält industrielle Arbeit in NRW und sichert wichtige Wertschöpfungsketten im Land und darüber hinaus ab", ergänzte IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler.

(O.Tatarinov--DTZ)

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