Deutsche Tageszeitung - Härtefallfonds: Nur 2700 Rentner mit verlorenen DDR-Ansprüchen bekamen Geld

Härtefallfonds: Nur 2700 Rentner mit verlorenen DDR-Ansprüchen bekamen Geld


Härtefallfonds: Nur 2700 Rentner mit verlorenen DDR-Ansprüchen bekamen Geld
Härtefallfonds: Nur 2700 Rentner mit verlorenen DDR-Ansprüchen bekamen Geld / Foto: © AFP/Archiv

Nur rund 2700 Rentnerinnen und Rentner mit verlorenen Ansprüchen aus der DDR haben Geld aus einem entsprechenden Härtefallfonds bekommen. Dies geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sarah Vollath hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag. Demnach erhielten 2739 Menschen eine Zahlung der Stiftung Härtefallfonds.

Textgröße ändern:

Anspruchsberechtigt waren ostdeutsche Rentnerinnen und Rentner, die bei der Rentenüberleitung in den 1990er-Jahren einen Teil ihrer Ansprüche aus DDR-Zeiten verloren haben. Aufgelegt worden war der Fonds zudem für jüdische Zuwanderinnen und Zuwanderer aus dem Gebiet der früheren Sowjetunion sowie Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler. Der Fonds sollte besondere Härten abmildern.

Die Bundesregierung hatte die Stiftung Härtefallfonds 2022 eingerichtet und einmalig mit einem Vermögen von 500 Millionen Euro ausgestattet. Dazu kamen Gelder einiger Bundesländer. Bestimmte Personengruppen konnten bis Anfang 2024 eine Einmalzahlung in Höhe von 2500 Euro beantragen, die unter Umständen von den Bundesländern auf 5000 Euro aufgestockt wurde.

Die Regierung war ursprünglich von etwa 190.000 Menschen mit berechtigten Ansprüchen ausgegangen, darunter rund 70.000 Ostdeutsche. Die Linken-Bundestagsfraktion ging sogar von bis zu 500.000 Berechtigten aus der früheren DDR aus.

Insgesamt bearbeitete die Stiftung laut Antwort des Bundesarbeitsministeriums 169.004 Anträge. 57.100 Antragstellende erhielten eine Einmalzahlung. Darunter waren neben den DDR-Rentnern 38.498 jüdische Kontingentflüchtlinge und 15.863 Spätaussiedler.

Der Härtefallfonds wird derzeit abgewickelt. Wie die Linken-Fraktion bereits im Dezember bei der Bundesregierung abfragte, wurden rund 163.000.000 Euro daraus ausgezahlt. Etwa 425.000.000 Euro wurden nicht abgefragt und gehen zurück an Bund und Länder.

"Der Härtefallfond war reine Schimäre", sagte Linken-Fraktionschef Sören Pellmann der Nachrichtenagentur AFP. "Redlich in der DDR erworbene Rentenansprüche werden mit seiner Auflösung endgültig kassiert." Das zeuge "nicht von Respekt und Anerkennung der Lebensleistung vieler Ostdeutscher durch die Bundesregierung".

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Trump kündigt "Rede an die Nation" für Donnerstag an

US-Präsident Donald Trump hat eine "Rede an die Nation" angekündigt. Er werde die Ansprache am Donnerstagabend um 21.00 Uhr (Freitagfrüh 03.00 Uhr MESZ) halten, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Hintergrund ist die erneute militärische Eskalation mit dem Iran.

Intel investiert weitere fünf Milliarden Euro in Irland

Der Chiphersteller Intel will weitere fünf Milliarden Euro in Irland investieren. Mit dem Geld sollen die Kapazitäten zur Produktion hochmoderner Intel-Xeon-6-Prozessoren und künftiger Chip-Generationen erhöht werden, erklärte der Konzern am Montag. Außerdem trieben die Investitionen Forschung und Entwicklung in Irland voran. Dem Unternehmen zufolge kommen die in Irland produzierten Chips in Hochleistungsrechnern und Rechenzentren zum Einsatz.

Fraktionschef Miersch ruft SPD zu Geschlossenheit auf

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat bei den SPD-Bundestagsabgeordneten für die schwarz-roten Reformen geworben und die Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. In einem Brief, der dem Nachrichtenportal t-online laut Mitteilung vom Montag vorliegt, verteidigt Miersch unter anderem die beschlossenen Kürzungen bei den Krankenkassen.

Mögliche Stellenstreichungen: VW-Chef Blume nennt erstmals öffentlich Zahlen

Der Chef des Volkswagen-Konzerns, Oliver Blume, hat sich erstmals öffentlich konkreter zu möglichen weiteren Stellenstreichungen geäußert. In einem im Intranet des Konzerns veröffentlichten Interview, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag, spricht Blume von 50.000 Stellen weltweit: Rein rechnerisch müssten zusätzlich zu bisherigen Schritten in dieser Größenordnung Jobs abgebaut werden, um die Gemeinkosten auf ein "wettbewerbsfähiges Niveau" zu bringen.

Textgröße ändern: