Deutsche Tageszeitung - Verluste bei Modemarke Gucci sorgen für Gewinneinbruch bei Luxuskonzern Kering

Verluste bei Modemarke Gucci sorgen für Gewinneinbruch bei Luxuskonzern Kering


Verluste bei Modemarke Gucci sorgen für Gewinneinbruch bei Luxuskonzern Kering
Verluste bei Modemarke Gucci sorgen für Gewinneinbruch bei Luxuskonzern Kering / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts roter Zahlen vor allem bei seiner größten Modemarke Gucci hat der Luxuskonzern Kering einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet. Der Nettogewinn brach im vergangenen Jahr um 93,6 Prozent ein und belief sich auf 72 Millionen Euro, wie die Unternehmensgruppe am Dienstag mitteilte. Der Umsatz sank um 13 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. Der Konzern erwartet jedoch im laufenden Jahr eine Rückkehr zum Wachstum.

Textgröße ändern:

"Die Leistung der Gruppe im Jahr 2025 spiegelt nicht ihr wahres Potenzial wider", sagte Unternehmenschef Luca de Meo. Im dritten Quartal habe es "Anzeichen für eine Erholung" gegeben, weshalb das Unternehmen das Jahr 2026 "mit Optimismus" beginne.

Kering hatte de Meo im vergangenen Jahr eingestellt und damit eine tiefgreifende Umstrukturierung eingeleitet. So sollen 150 Läden geschlossen werden - vor allem in asiatischen Ländern, ein Teil aber auch in den USA. Ein Drittel der zu schließenden Läden sind Gucci-Boutiquen. Der Umsatz der Marke war im Verlauf des Jahres 2025 um 22 Prozent auf sechs Milliarden Euro gesunken - laut Kering kam es aber insbesondere dank guter Verkaufszahlen bei den Handtaschen zu einer fortlaufenden "Verbesserung".

Der Luxusriese kämpft bereits seit Jahren für eine Wende bei dem kriselnden italienischen Modehaus. Gucci macht 41 Prozent des Jahresumsatz von Kering aus. De Meo sagte nun, das Unternehmen wolle versuchen, seine Abhängigkeit von Gucci zu verringern, indem es die Marke Yves Saint Laurent vor allem in China weiterentwickele. Zudem erwäge das Unternehmen, Arbeitsplätze beim britischen Modehaus McQueen zu streichen - die Marke erwirtschaftet fünf Prozent des Kering-Umsatzes, macht aber "große Verluste", wie de Meo sagte.

Kering meldete am Dienstag auch einen niedrigeren Schuldenstand und kündigte eine Sonderdividende an. Investoren begrüßten die Ergebnisse des Unternehmens, die Aktie des Konzerns legte zur Mittagszeit an der Pariser Börse um elf Prozent zu.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

BGH prüft Klagerecht von Verbraucherverband gegen Geschäftsführer

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verhandelt am Mittwoch (09.00 Uhr) über die Frage, ob ein Verband von einem Geschäftsführer wegen der mutmaßlichen Täuschung von Verbrauchern Schadenersatz fordern kann. Er prüft eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz in einem von dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) angestrengten Rechtsstreit. Diese klagte gegen ein Unternehmen, das kostenpflichtige Dienstleistungen rund um den Rundfunkbeitrag anbot, etwa zur Ummeldung. (Az. I ZR 253/25)

Bundesgerichtshof urteilt über Auskunftsansprüche gegen Schufa

Der Bundesgerichtshof (BGH) urteilt am Mittwoch (08.45 Uhr) in Karlsruhe über Auskunftsansprüche von Bürgern gegenüber der Schufa. Dabei geht es aber noch um den alten Schufa-Basisscore, nicht um den im März neu eingeführten Wert. Private Kläger forderten in Sachsen Auskunft über die Berechnung ihres Werts, das Oberlandesgericht Dresden gab ihnen größtenteils Recht.(Az. I ZR 227/25 u.a.)

Nach langer Verzögerung: US-Behörden genehmigen Boeing 737 Max 10

Nach jahrelanger Verzögerung haben die US-Behörden dem Flugzeugbauer Boeing die endgültige Zulassung für das Kurzstreckenflugzeug 737 Max 10 erteilt. Die Luftfahrtbehörde FAA bestätigte am Dienstag nach Angaben des Verkehrsministeriums, dass das größte Flugzeug der Max-Familie alle Konstruktions- und Sicherheitsauflagen erfüllt. Nach zwei Max-Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 mit insgesamt 346 Toten hatte sich das Genehmigungsverfahren in die Länge gezogen.

Merz kritisiert Berliner Pläne zu Vergesellschaftung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Pläne zur Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen in Berlin scharf kritisiert. Der Schutz des Eigentums und das "Vertrauen in den funktionierenden Markt" seien "tief verankert in unserer wirtschaftspolitischen Überzeugung", sagte Merz am Dienstag zum Abschluss eines internationalen Investitionsgipfels in der Hauptstadt. "Das ist das Fundament unserer marktwirtschaftlichen Ordnung. Und damit experimentiert man nicht."

Textgröße ändern: