Deutsche Tageszeitung - Argentinien: Polizeibeamte protestieren für höhere Gehälter

Argentinien: Polizeibeamte protestieren für höhere Gehälter


Argentinien: Polizeibeamte protestieren für höhere Gehälter
Argentinien: Polizeibeamte protestieren für höhere Gehälter / Foto: © AFP

In der von Kriminalität geplagten argentinischen Stadt Rosario haben Polizeibeamte für bessere Bezahlung und psychologische Unterstützung demonstriert. Die Demonstranten zündeten am Mittwoch aus Protest Autoreifen an und ließen Sirenen aus Streifenwagen und Polizeimotorrädern ertönen, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Auslöser der am Montag entflammten Proteste war eine Reihe von Suiziden innerhalb der Polizei.

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Am Montag waren demonstrierende Polizeibeamte und Kollegen aneinandergeraten, die zur Auflösung der Proteste entsandt worden waren.

Derzeit liegt das durchschnittliche Monatsgehalt eines Polizeibeamten in Rosario bei etwa 600 Dollar (505 Euro). Einige Beamte sagten AFP, sie müssten zudem für das Internet im Büro, Uniformen und sogar Munition selbst aufkommen.

Offizielle Zahlen zu Suiziden in der Polizei in der Provinz Santa Fe, wo Rosario liegt, gibt es nicht. Ein Demonstrant hielt jedoch ein Plakat in Form eines Kreuzes, auf dem die Namen von etwa 20 Polizeibeamten abgebildet waren, die sich das Leben genommen haben oder im Dienst getötet wurden. "Ohne anständige Löhne gibt es keine psychische Gesundheit", stand auf einem anderen Plakat eines Demonstranten.

Die Behörden stimmten schließlich einer Lohnerhöhung zu, woraufhin die Demonstranten ihre Proteste aufgaben. Der Gouverneur der Provinz, Maximiliano Pullaro, erklärte, die Forderungen der Polizeibeamten seien erhört worden. "Kein Polizist in der Provinz wird ein Gehalt unter 1.350.000 Pesos (etwa 809 Euro) erhalten", erklärte er.

Vor dem Kongress in Buenos Aires gingen derweil argentinische Arbeiter auf die Straße, um gegen eine von der argentinischen Regierung angestrebte Arbeitsrechts-Reform zu protestieren. Demonstranten warfen Steine und Molotow-Cocktails auf Polizeibeamte, die ihrerseits Tränengas und Gummigeschosse einsetzten, wie AFP-Reporter beobachteten. Demnach wurden mindestens ein Demonstrant und ein Polizeibeamter verletzt. Offizielle Angaben zu Verletzten gab es zunächst nicht.

Die Reform, ein Lieblingsprojekt des rechtspopulistischen Staatschefs Javier Milei, sieht eine Deregulierung des Arbeitsmarktes vor. Die angestrebten Maßnahmen würden das Einstellen und Entlassen von Arbeitnehmern erleichtern, Abfindungen reduzieren, das Streikrecht einschränken und Urlaubsansprüche begrenzen. Milei beharrt darauf, dass die bestehenden Arbeitsgesetze zu restriktiv seien. Er will, dass die Reformen bis März verabschiedet werden. Fast 40 Prozent der argentinischen Arbeitnehmer verfügen über keinen Arbeitsvertrag.

Argentiniens Sicherheitsministerin Alejandra Monteoliva kündigte Strafen für gewaltsame Demonstranten an. "Es handelt sich um Dutzende Mitglieder linksgerichteter Gruppen, die organisiert, mit vorsätzlicher Gewalt und improvisierten Waffen gehandelt haben, um Chaos zu stiften", erklärte sie im Onlinedienst X. "Sie werden bezahlen", fügte sie hinzu.

(M.Travkina--DTZ)

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