Deutsche Tageszeitung - Leistungen der Pflegeversicherung verlieren wegen Inflation seit Jahren an Wert

Leistungen der Pflegeversicherung verlieren wegen Inflation seit Jahren an Wert


Leistungen der Pflegeversicherung verlieren wegen Inflation seit Jahren an Wert
Leistungen der Pflegeversicherung verlieren wegen Inflation seit Jahren an Wert / Foto: © AFP/Archiv

Die Leistungen der Pflegeversicherung haben in den vergangenen Jahren inflationsbedingt deutlich an Wert verloren. Die "Rheinische Post" zitierte am Donnerstag aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion, die reale Kürzungen offenbart. Demnach lag etwa der Sachleistungsbetrag für Pflegegrad 2 im Jahr 2025 bei 796 Euro. Kaufkraftbereinigt entsprach das aber nur 626 Euro – ein Rückgang um gut 21 Prozent verglichen mit 2017, als die neuen Pflegegrade eingeführt wurden.

Textgröße ändern:

Der Zuschlag für Leistungen in ambulant betreuten Wohngruppen betrug für alle Pflegegrade im vergangenen Jahr 224 Euro, wie die Zeitung aus der Antwort weiter zitierte. Kaufkraftbereinigt blieben davon 173 Euro übrig, das war ein Minus von rund 23 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2017.

Die Linken-Pflegeexpertin Evelyn Schötz sprach in der "Rheinischen Post" von einer "schleichenden finanziellen Belastung" für Millionen Betroffene. Seit Einführung der Pflegegrade 2017 hätten zentrale Leistungen "massiv an Kaufkraft verloren". Was nominal nach kleinen Erhöhungen aussehe, sei in Wahrheit "eine reale Kürzung für jene, die auf Unterstützung angewiesen sind".

Die vorher geltenden drei Pflegestufen waren im Zuge der Pflegereform 2017 von den heute geltenden fünf Pflegegraden abgelöst worden. Seitdem wird etwa Demenz stärker erfasst.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Nach langer Verzögerung: US-Behörden genehmigen Boeing 737 Max 10

Nach jahrelanger Verzögerung haben die US-Behörden dem Flugzeugbauer Boeing die endgültige Zulassung für das Kurzstreckenflugzeug 737 Max 10 erteilt. Die Luftfahrtbehörde FAA bestätigte am Dienstag nach Angaben des Verkehrsministeriums, dass das größte Flugzeug der Max-Familie alle Konstruktions- und Sicherheitsauflagen erfüllt. Nach zwei Max-Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 mit insgesamt 346 Toten hatte sich das Genehmigungsverfahren in die Länge gezogen.

Merz kritisiert Berliner Pläne zu Vergesellschaftung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Pläne zur Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen in Berlin scharf kritisiert. Der Schutz des Eigentums und das "Vertrauen in den funktionierenden Markt" seien "tief verankert in unserer wirtschaftspolitischen Überzeugung", sagte Merz am Dienstag zum Abschluss eines internationalen Investitionsgipfels in der Hauptstadt. "Das ist das Fundament unserer marktwirtschaftlichen Ordnung. Und damit experimentiert man nicht."

Bundesnetzagentur leitet Verfahren gegen Öko-Stromanbieter Grüüün ein

Die Bundesnetzagentur hat ein Verfahren gegen den Öko-Stromanbieter Grüüün eingeleitet. Das Unternehmen habe Anfang des Monats auf seiner Internetseite angekündigt, zum 31. Oktober die Belieferungen von Haushalten einzustellen, erklärte die Bonner Behörde. Stelle ein Energieversorger die Tätigkeit ein, müsse er dies gesetzlich jedoch spätestens drei Monate vorher melden. "Eine Anzeige gegenüber der Bundesnetzagentur erfolgte bisher nicht", erklärte sie.

Stromausfall sorgt für Störungen bei Google-Diensten - britische Banken betroffen

Ein Stromausfall in einem Rechenzentrum in der Region London hat am Dienstag zu Problemen bei den Cloud-Diensten von Google geführt. Die Panne dürfte voraussichtlich bis etwa 15.00 Uhr (MESZ) zur Gänze behoben sein, erklärte der Konzern online. Mehrere britische Banken meldeten weitreichende Störungen bei ihren Angeboten. Das Portal Downdetector, auf dem Nutzer Störungen melden können, gab an, dass hunderte Problemmeldungen auch zu anderen Firmen wie dem britischen Postunternehmen Royal Mail eingegangen seien.

Textgröße ändern: