Deutsche Tageszeitung - Gute Nachrichten für Bayer: Trump stellt Glyphosat-Produktion unter Schutz

Gute Nachrichten für Bayer: Trump stellt Glyphosat-Produktion unter Schutz


Gute Nachrichten für Bayer: Trump stellt Glyphosat-Produktion unter Schutz
Gute Nachrichten für Bayer: Trump stellt Glyphosat-Produktion unter Schutz / Foto: © AFP/Archiv

Gute Nachrichten für den Bayer-Konzern: In den USA will Präsident Donald Trump die Produktion des Unkrautvernichters Glyphosat sichern, der von der Bayer-Tochter Monsanto hergestellt wird. In einer am Mittwoch erlassenen Verordnung beauftragte Trump das Landwirtschaftsministerium, Maßnahmen zur Förderung der Produktion zu unternehmen. Das Mittel sei "unentbehrlich" für die Versorgungssicherheit des Landes mit Lebensmitteln sowie für die Verteidigungsindustrie.

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Das Weiße Haus erklärte, derzeit gebe es "nur einen einzigen inländischen Hersteller von elementarem Phosphor und Herbiziden auf Glyphosatbasis". Phosphor ist ein wesentlicher Bestandteil des Unkrautvernichters. "Da der Bedarf die Produktion bei weitem übersteigt, gefährdet die Gefahr einer Verringerung oder Einstellung der Produktion die nationale Sicherheit und Verteidigung, einschließlich der Sicherheit der Lebensmittelversorgung, erheblich."

Der Verordnung zufolge kann die US-Regierung die Produktion von Glyphosat künftig anordnen. Im Gegenzug wird dem oder den Herstellern besonderer Schutz zugesagt. Bayer begrüßte das am Donnerstag: "Die Executive Order des US-Präsidenten betont die dringende Notwendigkeit, dass US-Landwirte Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat haben", erklärte der Konzern. "Wir werden dieser Verordnung Folge leisten."

Die Unterstützung des US-Präsidenten für sein Produkt könnte Bayer auch Rückenwind in seinen rechtlichen Auseinandersetzungen rund um mutmaßliche Gesundheitsschäden durch Glyphosat verleihen. Der Leverkusener Konzern hatte Monsanto 2018 für damals 66 Milliarden Dollar übernommen und kämpft seitdem mit mehreren zehntausend Klagen in den USA. In einigen Fällen wurde Monsanto rechtskräftig verurteilt, in anderen frei gesprochen. Rund 67.000 Klagen sind weiter anhängig.

Bayer zahlte bislang bereits mehr als zehn Milliarden Dollar zur Beilegung von Klagen. An diesem Dienstag schloss das Unternehmen einen weiteren Vergleich: Bis zu 7,25 Milliarden Dollar (rund sechs Milliarden Euro) sollen fließen, um "sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen" wegen des möglichen Krebs-Risikos beizulegen. Bayer betonte, dass dies kein "Schuldeingeständnis" sei. Es gehe primär um Planungssicherheit.

Im Januar hatte der Oberste Gerichtshof der USA zudem eine Berufung gegen ein Urteil zulasten von Monsanto zugelassen.

Glyphosat kann die Umwelt beeinträchtigen und steht im Verdacht, krebserregend zu wirken. Verbraucher- und Umweltorganisationen protestieren deshalb seit Jahren gegen den Einsatz des Unkrautvernichters. Weltweit ist Glyphosat der am meisten verwendete Inhaltsstoff in Pestiziden und steckt vor allem in Unkrautbekämpfungsmitteln wie dem Mittel Roundup des Herstellers Monsanto.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (Iarc) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft den Roundup-Inhaltsstoff Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" beim Menschen ein. Bayer hält dem Studien und behördliche Genehmigungen entgegen, die bewiesen, dass das Unkrautvernichtungsmittel sicher sei. Die Europäische Kommission hatte Ende 2023 beschlossen, die Zulassung von Glyphosat um zehn Jahre zu verlängern. Die US-Umweltbehörde EPA stuft Glyphosat als unbedenklich ein.

Ende 2025 zog eine wissenschaftliche Zeitschrift eine ursprünglich im Jahr 2000 veröffentlichte Studie zurück, derzufolge Glyphosat kein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstelle. Die Studie, die jahrelang als Grundlage für politische Entscheidungen diente, hatte unter anderem verschwiegen, dass Mitarbeiter von Monsanto an ihrer Erstellung beteiligt waren.

(A.Nikiforov--DTZ)

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