Deutsche Tageszeitung - Greenpeace: Acht Tanker russischer Schattenflotte in Ostsee - Kritik an Behörden

Greenpeace: Acht Tanker russischer Schattenflotte in Ostsee - Kritik an Behörden


Greenpeace: Acht Tanker russischer Schattenflotte in Ostsee - Kritik an Behörden
Greenpeace: Acht Tanker russischer Schattenflotte in Ostsee - Kritik an Behörden / Foto: © AFP/Archiv

Acht staatenlose Tanker, vermutlich der sogenannten russischen Schattenflotte zugehörig, sind nach Angaben von Greenpeace seit Dezember durch die deutsche Ostsee gefahren. Die Bundesregierung verpasse es regelmäßig, Tanker der russischen Schattenflotte aufzubringen und hindere sie auch nicht an der Weiterfahrt, kritisierte die Umweltorganisation am Donnerstag in Hamburg. Dadurch steige die Gefahr einer Havarie und Ölpest in der Ostsee.

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Die acht staatenlosen Schiffe fuhren demnach seit Mitte Dezember elf Mal durch die Ostsee. Greenpeace sprach von "veralteten, schlecht gewarteten und unterversicherten Tankern". Diese bedrohten Meer und Küste bei einem Unfall mit einer Ölpest. Die Umweltorganisation meldete nach eigenen Angaben seit Anfang dieses Jahres jedes der Schiffe vor der Durchfahrt den zuständigen Behörden und Bundesministerien. Diese hätten jedoch nicht eingegriffen, kritisierte Greenpeace.

Die Organisation ließ zum Umgang mit der Schattenflotte ein Rechtsgutachten ausarbeiten. Dieses belegt laut Greenpeace, "dass die Behörden falsch geflaggte und damit nach Seerecht staatenlose Schiffe nach eigenem Ermessen kontrollieren, stoppen und festsetzen können". Die Faktenlage sei "erdrückend, die Bundesregierung legt die Hände in den Schoß und lässt die Schattenflotte gewähren, dabei hätte sie längst handeln können", erklärte dazu Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace.

Russland exportiert über die Route den Großteil seines Rohöls. Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland nach dem Angriffskrieg in der Ukraine verhängte Sanktionen umgeht, unter anderem das Öl-Embargo.

Die EU will die russischen Einnahmen aus dem Ölexport weiter reduzieren und plant dazu neue Sanktionen gegen Moskau. Das Sanktionspaket sieht auch ein Verbot der Wartung und anderer Dienstleistungen für russische Flüssiggas-Tanker und Eisbrecher vor. Zudem sollen 43 weitere Schiffe der russischen Schattenflotte auf die Sanktionsliste gesetzt werden, die damit dann 640 Schiffe umfassen würde.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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