Deutsche Tageszeitung - Bericht: Russland exportiert mehr Öl als 2021 - aber verdient weniger

Bericht: Russland exportiert mehr Öl als 2021 - aber verdient weniger


Bericht: Russland exportiert mehr Öl als 2021 - aber verdient weniger
Bericht: Russland exportiert mehr Öl als 2021 - aber verdient weniger / Foto: © AFP

Russland hat im vergangenen Jahr einer Untersuchung zufolge trotz der westlichen Sanktionen mehr Erdöl als vor seinem Angriff auf die Ukraine exportiert. Allerdings sanken die Einnahmen Moskaus daraus, wie die finnische Denkfabrik Zentrum für Energie- und Luftreinhaltungsforschung (Crea) am Dienstag berichtete. 93 Prozent des russischen Öls gehen demnach nach China, Indien und in die Türkei.

Textgröße ändern:

Den Berechnungen der Experten zufolge lag die Exportmenge an russischem Öl in den zwölf Monaten bis zum diesjährigen 24. Februar rund sechs Prozent über dem Niveau des Vergleichszeitraums bis Februar 2022 - dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Im Vergleich zu den zwölf Monaten bis Februar 2025 ist das allerdings ein Rückgang um sechs Prozent. Die Einnahmen aus dem Ölverkauf sanken in den zwölf Monaten bis zum diesjährigen 24. Februar sogar um 18 Prozent auf rund 85,5 Milliarden Euro.

"Wir haben einen deutlichen Rückgang der Einnahmen aus russischen Exporten fossiler Brennstoffe festgestellt, zurückzuführen auf die neuen Maßnahmen und eine strengere Durchsetzung der Sanktionen", sagte Isaac Levi, Analyst bei Crea, zu AFP. Demnach wird Russland sein Öl immer häufiger nur mit Preisabschlägen los. Allerdings "gibt es nach wie vor erhebliche Lücken und Bereiche, die von den Ländern, die Sanktionen verhängt haben, nicht berücksichtigt wurden". Die im Umlauf befindlichen Mengen russischen Öls blieben daher weiterhin hoch.

Neben Pipelines exportiert Russland sein Öl vor allem mit Hilfe seiner sogenannten Schattenflotte: eine unbekannte Zahl falsch registrierter Schiffe. Umweltschützer und auch das Crea warnen vor massiven Gefahren für die Umwelt, weil diese Schiffe häufig alt und dazu schlecht versichert sind. Die EU und Großbritannien sollten die Tanker beschlagnahmen, forderte Levi.

Crea forderte zudem Ungarn und die Slowakei auf, ihre Importe von russischem Öl einzustellen. Die beiden Länder sind vom EU-Importverbot für Pipelineöl aus Russland ausgenommen und haben in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres ihre Importmenge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um elf Prozent gesteigert.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Serbiens Präsident: Sprengstoff nahe Gaspipeline nach Ungarn entdeckt

Nach Angaben des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic sind zwei Rucksäcke mit Sprengstoff in der Nähe einer nach Ungarn führenden Gaspipeline gefunden worden. Die Rucksäcke, die "zwei große Pakete Sprengstoff mit Zündern" enthielten, seien von der Polizei und Armee entdeckt worden, erklärte Vucic am Sonntag. Der ungarische Oppositionspolitiker Peter Magyar sprach von einer mutmaßlichen "Aktion unter falscher Flagge" kurz vor der ungarischen Parlamentswahl.

Dax-Dividenden steigen auf neues Rekordniveau

Die im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Konzerne schütten in diesem Jahr trotz der anhaltenden Konjunkturkrise mehr Geld an ihre Aktionäre aus als je zuvor. Insgesamt zahlen die 40 Dax-Konzerne 55,3 Milliarden Euro an Dividenden aus, ergab eine am Sonntag vom Beratungsunternehmen EY veröffentlichte Analyse. Dies entspricht demnach im Vergleich zum Vorjahr 3,1 Milliarden Euro oder 5,9 Prozent mehr.

"Wunderschöner Anblick": Artemis-Crew hat Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt

Die Astronauten der Artemis-2-Mission haben mehr als die halbe Strecke zum Mond zurückgelegt und einen fantastischen Blick auf den Erdtrabanten wie auch die Erde. "Wir können den Mond gerade aus der Luke sehen, es ist ein wunderschöner Anblick", sagte die US-Astronautin Christina Koch am Samstagmorgen (MESZ) während einer Live-Übertragung der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde veröffentlichte derweil faszinierende Aufnahmen von der Erde, die von der Orion-Raumkapsel aus aufgenommen wurden.

Deutschland und weitere Länder fordern EU zu Prüfung von Übergewinnsteuer auf

Deutschland und vier andere europäische Staaten haben die EU aufgefordert, Maßnahmen für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne zu prüfen. Eine solche sei bereits 2022 als Notfallreaktion auf hohe Energiepreise genutzt worden, heißt es in einem Brief an EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag. "Angesichts der derzeitigen Marktverzerrungen und finanzpolitischen Zwänge" sollte die Europäische Kommission nun "zügig" ein ähnliches EU-weites Instrument ausarbeiten.

Textgröße ändern: