Deutsche Tageszeitung - BASF-Angestellte in Berlin demonstrieren gegen Verlagerung von Arbeitsplätzen

BASF-Angestellte in Berlin demonstrieren gegen Verlagerung von Arbeitsplätzen


BASF-Angestellte in Berlin demonstrieren gegen Verlagerung von Arbeitsplätzen
BASF-Angestellte in Berlin demonstrieren gegen Verlagerung von Arbeitsplätzen / Foto: © AFP

Beschäftigte des Chemiekonzerns BASF in Berlin haben am Freitag mit Unterstützung aus der Politik gegen eine Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Asien protestiert. "Wir kämpfen gemeinsam um diesen Standort", sagte der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Er sei "sicher, wir werden hier an diesem Standort etwas hinbekommen". Nach Angaben der Industriegewerkschaft IGBCE gingen rund 300 Menschen auf die Straße.

Textgröße ändern:

"Wenn der BASF-Vorstand in Ludwigshafen glaubt, er könne weite Bereiche in Berlin geräuschlos abwickeln, dann irrt er sich gewaltig", erklärte die Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost, Stephanie Albrecht-Suliak. BASF in Berlin stehe für "3000 hochengagierte Beschäftigte, international und leistungsbereit".

Die Beschäftigten klagten über Unsicherheit. "Es ist gut, dass wir die Unterstützung vom Bürgermeister haben und von der IGBCE", aber es sei alles sehr unklar, sagte die 40-jährige BASF-Angestellte Iris Esteves zu AFP. "Niemand weiß, ob unsere Jobs verlagert werden."

Der Chemiekonzern hatte vor rund zwei Wochen erklärt, seinen Dienstleistungsbereich in Indien auszubauen. Im Bereich "Global Business Services" sei geplant, Dienstleistungen im Finanzbereich und Personalwesen "in einem neuen globalen Hub in Indien zu bündeln", gab BASF an. Auf die Lieferkette bezogene Dienstleistungen sollen demnach "am bestehenden Hub in Kuala Lumpur, Malaysia, konsolidiert werden".

Bei der Vorstellung der Konzernzahlen am Freitag sagt BASF-Finanzvorstand Dirk Elvermann, das Unternehmen werde die "bestehenden Standortstrukturen anpassen und (...) signifikante Kosteneinsparungen dadurch realisieren". BASF plane, den Standort in Berlin "ganz klar fortzuführen", er werde aber "kleiner sein von der Personalausstattung als heute". Eine konkrete Zahl nannte Elvermann nicht.

BASF verzeichnete 2025 nach eigenen Angaben einen Rückgang seines Gewinns ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen (Ebitda) von zuvor 7,2 Milliarden Euro auf nunmehr 6,6 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel demnach auf 59,7 Milliarden Euro - 2024 waren es noch 61,4 Milliarden gewesen.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Taxi ohne Lenkrad: Tesla stellt "Cybercab" vor

Ein Taxi ohne Lenkrad und Pedale: Der Elektroautohersteller Tesla hat am Donnerstag in Austin im Bundesstaat Texas ein selbstfahrendes "Cybercab" vorgestellt. Mit dem Robotaxi will Tesla den Unternehmen Waymo und Uber Konkurrenz machen, die bereits zahlreiche selbstfahrende Taxis in den USA im Einsatz haben. Tesla-Chef Elon Musk veröffentlichte in seinem Onlinedienst X ein mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugtes Foto eines riesigen Cybercab, das inmitten einer Staubwolke über die texanische Stadt Austin hinwegrollt.

Bundesdigitalminister Wildberger eröffnet Elektronikmesse IFA mit Rundgang

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) unternimmt am Freitag (8.45 Uhr) gemeinsam mit dem Berliner Finanzsenator Stefan Evers (CDU) einen Eröffnungsrundgang auf der Elektronikmesse IFA in Berlin. Auch Pressestatements sind vorgesehen. Die Messe ist von Freitag bis Dienstag für Fachpublikum und Verbraucherinnen und Verbraucher geöffnet.

50.000 Stellen betroffen: Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu

Der kriselnde Autobauer Volkswagen will in den kommenden Jahren weitere 50.000 Stellen streichen: Der VW-Aufsichtsrat hat dem Sanierungsplan von Europas größtem Autohersteller zugestimmt. Laut dem am Donnerstagabend nach Konzernangaben einstimmig beschlossenen sogenannten Zukunftsplan 2030 ist eine "konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen" vorgesehen - zusätzlich zu dem bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Stellen.

OpenAI beginnt mit Einführung von neuem KI-Modell GPT-6

Das US-Unternehmen OpenAI hat am Donnerstag mit der Einführung seines neuen leistungsstarken Modells für Künstliche Intelligenz (KI), GPT-6, begonnen. Das auch als Astra bezeichnete Modell ist OpenAI zufolge zunächst einer "begrenzten Anzahl von Organisationen" vorbehalten, bevor es "in den kommenden Tagen" für zahlende ChatGPT-Abonnenten und Entwickler zugänglich gemacht wird. Es seien Vorkehrungen integriert, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Textgröße ändern: