Deutsche Tageszeitung - Biontech-Gründer ziehen sich zurück und starten neues Unternehmen

Biontech-Gründer ziehen sich zurück und starten neues Unternehmen


Biontech-Gründer ziehen sich zurück und starten neues Unternehmen
Biontech-Gründer ziehen sich zurück und starten neues Unternehmen / Foto: © AFP

Die Gründer der erfolgreichen Pharmafirma Biontech, das Ehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci, wollen ihre Managementposten bis Ende 2026 abgeben und ein neues Unternehmen gründen. Das teilte Biontech in Mainz am Dienstag mit. Das 2008 gegründete Unternehmen war mit seinem Impfstoff gegen Corona auf Basis der mRNA-Technologie enorm erfolgreich. Nach Bekanntgabe des Führungswechsels fiel die Aktie am Dienstag stark - zeitweise um mehr als 19 Prozent.

Textgröße ändern:

Sahin und Türeci sagten dem "Handelsblatt", der Schritt sei kein Bruch mit Biontech. Das Unternehmen entwickle sich zunehmend zu einem kommerziellen Pharmaunternehmen. "Jetzt müssen andere Kräfte und Expertisen an Bord geholt werden", sagte Türeci der Zeitung. "Wir wollen unsere Superkräfte für die Medizin anders nutzen." Nach zwei aufgebauten Firmen sei für sie nun der Zeitpunkt gekommen, "ein drittes Baby" zu gründen.

Ziel sei es, die nächste Generation von mRNA-Therapien zu entwickeln und stärker mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu verbinden, sagte Sahin dem Blatt: "Wir sehen unglaubliche Potenziale in der Kombination von mRNA und Künstlicher Intelligenz. Wir beide glauben, dass das Potenzial dieser Technologie bei Weitem nicht voll ausgeschöpft wird." Therapeutisch gesehen sei mRNA eine junge, sehr schnell adaptierbare Technologie. Bei der Therapie erhält der Mensch per Spritze einen Bauplan für seine Zellen, damit sich der Körper selbst gegen Krankheiten wehren kann.

"Wir haben das erste zugelassene mRNA-Produkt überhaupt entwickelt und die erste Generation in der Krebsmedizin ist in der klinischen Entwicklung", sagte Sahin weiter. "Jetzt wollen wir die nächste Generation von mRNA-Therapien mithilfe von KI entwickeln - präziser, potenter und personalisierter."

Beide Gründer wollen dem Unternehmen als Anteilseigner verbunden bleiben und halten aktuell zusammen rund 15 Prozent der Aktien, wie das "Handelsblatt" berichtete. Zudem könnte Biontech sich an der neuen Firma beteiligen und künftig Kombinationsstudien oder Kooperationen prüfen, sagte Sahin.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

50.000 Stellen betroffen: Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu

Der kriselnde Autobauer Volkswagen will in den kommenden Jahren weitere 50.000 Stellen streichen: Der VW-Aufsichtsrat hat dem Sanierungsplan von Europas größtem Autohersteller zugestimmt. Laut dem am Donnerstagabend nach Konzernangaben einstimmig beschlossenen sogenannten Zukunftsplan 2030 ist eine "konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen" vorgesehen - zusätzlich zu dem bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Stellen.

OpenAI beginnt mit Einführung von neuem KI-Modell GPT-6

Das US-Unternehmen OpenAI hat am Donnerstag mit der Einführung seines neuen leistungsstarken Modells für Künstliche Intelligenz (KI), GPT-6, begonnen. Das auch als Astra bezeichnete Modell ist OpenAI zufolge zunächst einer "begrenzten Anzahl von Organisationen" vorbehalten, bevor es "in den kommenden Tagen" für zahlende ChatGPT-Abonnenten und Entwickler zugänglich gemacht wird. Es seien Vorkehrungen integriert, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu - Massiver Stellenabbau

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem Sanierungsplan von Europas größtem Autohersteller zugestimmt. Der sogenannte Zukunftsplan 2030 sei am Donnerstagabend einstimmig beschlossen worden, teilte der Konzern in Wolfsburg mit. Demnach ist eine "konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen" vorgesehen.

Wasserdefizit in Deutschland: Erholung durch mehr Herbstregen fraglich

Aufgrund einer Reihe trockener und heißer Jahre fehlt in Deutschland gespeichertes Wasser in einer Größenordnung, die etwa der Hälfte des Bodensees entspricht. Wie das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam am Donnerstag auf Grundlage von Satellitendaten mitteilte, lag die Wasserspeicherung im Juni ungefähr auf demselben Niveau wie 2025, womit im Vergleich zum langjährigen Mittel 25 Gigatonnen fehlten. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen. Zum Vergleich: Der gesamte Bodensee enthält etwa 48 Gigatonnen Wasser.

Textgröße ändern: