Deutsche Tageszeitung - Bundesbank gibt Umbaupläne für Frankfurter Zentrale auf und sucht neuen Sitz

Bundesbank gibt Umbaupläne für Frankfurter Zentrale auf und sucht neuen Sitz


Bundesbank gibt Umbaupläne für Frankfurter Zentrale auf und sucht neuen Sitz
Bundesbank gibt Umbaupläne für Frankfurter Zentrale auf und sucht neuen Sitz / Foto: © AFP

Die Bundesbank hat die teuren Umbaupläne für ihren Sitz in Frankfurt aufgegeben und sucht nun nach einem neuen Standort. "Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat klar ergeben, dass der Kauf einer Immobilie deutlich kostengünstiger ist als eine Unterbringung der Bundesbankzentrale am bisherigen Standort in der Wilhelm-Epstein-Straße", erklärte Bundesbankpräsident Joachim Nagel am Mittwoch. Selbst die bereits deutlich zusammengekürzten Umbaupläne fielen demnach deutlich zu teuer aus.

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Die alte Bundesbankzentrale wurde 1972 im brutalistischen Stil erbaut. Das Gebäude ist 220 Meter lang, 54 Meter hoch und nur 13 Meter breit. Der Betonkasten, der seit 2022 unter Denkmalschutz steht, sollte renoviert werden, zudem sollte zusammen mit mehrere Gebäuden in der Umgebung ein moderner Campus entstehen. Derzeit sitzt die Zentralbank provisorisch in einem Hochhaus in der Frankfurter Innenstadt.

Nach Schätzungen des Bundesrechnungshof hätten die ursprünglichen Umbaupläne Kosten von 4,6 Milliarden Euro bedeutet. Zum Vergleich: Der wenige Kilometer entfernte moderne Sitz der Europäischen Zentralbank wurde 2014 eingeweiht und kostete rund 1,4 Milliarden Euro. Bereits bevor der Rechnungshof die Pläne ins Visier nahm, schraubte die Bundesbank ihre Pläne deutlich zurück. Am Ende sollte der Umbau noch 1,6 Milliarden Euro kosten. Doch auch dies war offenbar zu viel.

Zudem hat sich auch der Bedarf geändert: Aufgrund der Ausweitung des Homeoffice benötigt die Bundesbank nur noch 3300 Arbeitsplätze statt der ursprünglich geplanten 5000. "Eine Markterkundung hat gezeigt, dass geeignete Immobilien als Neubau oder kernsanierte Bestandsimmobilie für eine Standortverlegung in Frankfurt verfügbar sind", erklärte sie zudem.

Nun werde ein Ausschreibungsverfahren für den Erwerb eines künftigen Gebäudes gestartet, das innerhalb von 18 Monaten abgeschlossen sein soll. In das alte Gebäude könnte die Europäische Schule Frankfurt ziehen, wie unter anderem Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) vorschlug.

(A.Stefanowych--DTZ)

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