Deutsche Tageszeitung - Spülschwämme sind schuld: Abwasch per Hand setzt tonnenweise Mikroplastik frei

Spülschwämme sind schuld: Abwasch per Hand setzt tonnenweise Mikroplastik frei


Spülschwämme sind schuld: Abwasch per Hand setzt tonnenweise Mikroplastik frei
Spülschwämme sind schuld: Abwasch per Hand setzt tonnenweise Mikroplastik frei / Foto: © AFP/Archiv

Jährlich gelangt durch Nutzung von Spülschwämmen in Küchen laut einer Untersuchung von Forschern tonnenweise Mikroplastik in Gewässer und Böden. Einer Beispielhochrechnung mit einem bestimmten Schwammtyp zufolge entstünden durch Materialverlust bei flächendeckendem nationalem Gebrauch bis zu 355 Tonnen pro Jahr, teilte die Universität Bonn am Dienstag mit. Kläranlagen hielten den größten Teil davon allerdings auf.

Textgröße ändern:

Übrig blieben den entsprechenden Rechnungen zufolge aber "mehrere Tonnen Mikroplastik", die jedes Jahr durch Abwaschen per Hand in die Umwelt gelangten. Wie die Hochschule mitteilte, schwankt die konkret freigesetzte Menge je nach Schwammtyp aber mit dem Kunststoffanteil. Sie liegt zwischen 0,68 und 4,21 Gramm Mikroplastik pro Nutzer und Jahr.

In der Gesamtökobilanz des Geschirrspülens spielt die Freisetzung von Mikroplastik durch Schwämme nach Erkenntnissen der Bonner Universität gleichwohl nur eine untergeordnete Rolle. Rund 85 bis 97 Prozent der Umweltwirkungen beim Spülen per Hand seien auf den Wasserverbrauch zurückzuführen, betonte sie mit Blick auf die Forschungsergebnisse.

Auch Tipps für umweltbewusste Küchenbesitzer veröffentlichten die Experten. Vor allem die Senkung des Wasserverbrauchs beim Abwasch schont demnach die Umwelt. Zudem könnten Spülschwämme mit möglichst geringem Kunststoffanteil verwendet und diese länger genutzt werden, hieß es. Eine längere Lebensdauer senke den Gesamtressourcenverbrauch.

An der Studie waren den Angaben zufolge die Universität Bonn, das Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen sowie die Universität im niederländischen Leiden beteiligt. Kombiniert wurden Laborsimulationen mit einer Testmaschine namens Spongebot sowie Experimente durch freiwillige Laienforscher. Sie nutzten einen von drei Schwammtypen im Alltag und dokumentierten dies genau. Danach wurden der Materialverlust der Schwämme untersucht.

Die in der Fachzeitschrift "Environmental Advances" veröffentlichte Analyse ermögliche durch die Verbindung beider Methoden "eine deutlich realitätsnähere Abschätzung der Mikroplastikfreisetzung", erklärte die Universität Bonn. Spülschwämme seien als potenzielle Mikroplastikquelle im Haushalt trotz verbreiteten Einsatzes bislang wenig untersucht.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu - Massiver Stellenabbau

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem Sanierungsplan von Europas größtem Autohersteller zugestimmt. Der sogenannte Zukunftsplan 2030 sei am Donnerstagabend einstimmig beschlossen worden, teilte der Konzern in Wolfsburg mit. Demnach ist eine "konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen" vorgesehen.

Wasserdefizit in Deutschland: Erholung durch mehr Herbstregen fraglich

Aufgrund einer Reihe trockener und heißer Jahre fehlt in Deutschland gespeichertes Wasser in einer Größenordnung, die etwa der Hälfte des Bodensees entspricht. Wie das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam am Donnerstag auf Grundlage von Satellitendaten mitteilte, lag die Wasserspeicherung im Juni ungefähr auf demselben Niveau wie 2025, womit im Vergleich zum langjährigen Mittel 25 Gigatonnen fehlten. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen. Zum Vergleich: Der gesamte Bodensee enthält etwa 48 Gigatonnen Wasser.

US-Exportdefizit vergrößert sich im Juli stark

Die USA haben im Juli mehr importiert und weniger exportiert. Das Exportdefizit des Landes vergrößerte sich somit stark und erreicht mit 88,6 Milliarden Euro den höchsten Wert seit über einem Jahr, wie das Handelsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Die aggressive Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hat eigentlich zum Ziel, die Außenhandelsbilanz mehr ins Gleichgewicht zu bringen.

Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen: Kein Kompromiss zu Sparplan in Sicht

Der Sparkurs bei Volkswagen ist am Freitag erneut Thema im Aufsichtsrat - ein Kompromiss zwischen Management, Arbeitnehmervertretung und dem Land Niedersachsen war kurz davor aber nicht in Sicht. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verlangte am Donnerstag vom VW-Vorstand ein Konzept, "das Auslastung der Standorte und damit den Erhalt der Industriearbeitsplätze am Standort Deutschland als Ziel hat".

Textgröße ändern: