Deutsche Tageszeitung - Finanzwende begrüßt neuen Schufa-Score als "wichtigen ersten Schritt"

Finanzwende begrüßt neuen Schufa-Score als "wichtigen ersten Schritt"


Finanzwende begrüßt neuen Schufa-Score als "wichtigen ersten Schritt"
Finanzwende begrüßt neuen Schufa-Score als "wichtigen ersten Schritt" / Foto: © AFP/Archiv

Die Organisation Finanzwende hat die Freischaltung des neuen Schufa-Scores zur Bewertung der Bonität von Verbrauchern begrüßt. "Tatsächlich ist damit besser als bisher nachvollziehbar, wie die Bewertung ermittelt wird", erklärte Finanzwende am Mittwoch. Die Aktivisten verbuchten dies auch als persönlichen Erfolg, da sie gemeinsam mit dem Kampagnen-Portal Campact eine Petition gegen die Schufa initiiert hatten.

Textgröße ändern:

Die Petition "Schufa: Finger weg von meinem Konto" richtete sich gegen die Pläne der Auskunftei und ihrer Tochterfirma Bonify, die Möglichkeit anzubieten, dass Menschen Einblick in ihr Konto gewähren können, um die eigene Schufa-Bewertung zu verbessern. "Der Schritt war Teil einer angeblichen Transparenz-Offensive der Schufa", erklärten Campact und Finanzwende. Sie hätten stattdessen "echte Transparenz bei der bis dahin undurchsichtigen Bewertung der Kreditwürdigkeit gefordert".

Die kritisierten Pläne wurden bislang nicht umgesetzt. Am Dienstag schaltete die Schufa aber ihren neuen Schufa-Account frei. Verbraucher können diesen kostenlos einrichten und haben dann Einblick in ihre Bonitätsbewertung. Finanzwende-Experte Salim Rehan bezeichnete dies als "wichtigen ersten Schritt".

Die Schufa ist die größte Auskunftei Deutschlands mit nach eigenen Angaben Einträgen von rund 68 Millionen Menschen. Ihre Werte zur Kreditwürdigkeit nutzen demnach rund 11.000 Firmenkunden. Wessen Bonität von der Schufa als schlecht bewertet wird, hat meist große Schwierigkeiten, einen Handy- oder Mietvertrag abzuschließen.

"Die Schufa greift mit ihren Daten und ihren Bewertungen tief in das Leben von Menschen ein", sagt Antonia Becher, Teamleitung Kampagnen bei Campact. "So viel Macht in der Hand eines intransparenten Unternehmens ist vielen ein Dorn im Auge, das hat der Erfolg unserer Kampagne mehr als deutlich gezeigt."

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Aufsichtsrat von Volkswagen stimmt Sanierungsplan zu - Massiver Stellenabbau

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem Sanierungsplan von Europas größtem Autohersteller zugestimmt. Der sogenannte Zukunftsplan 2030 sei am Donnerstagabend einstimmig beschlossen worden, teilte der Konzern in Wolfsburg mit. Demnach ist eine "konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen" vorgesehen.

Wasserdefizit in Deutschland: Erholung durch mehr Herbstregen fraglich

Aufgrund einer Reihe trockener und heißer Jahre fehlt in Deutschland gespeichertes Wasser in einer Größenordnung, die etwa der Hälfte des Bodensees entspricht. Wie das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam am Donnerstag auf Grundlage von Satellitendaten mitteilte, lag die Wasserspeicherung im Juni ungefähr auf demselben Niveau wie 2025, womit im Vergleich zum langjährigen Mittel 25 Gigatonnen fehlten. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen. Zum Vergleich: Der gesamte Bodensee enthält etwa 48 Gigatonnen Wasser.

US-Exportdefizit vergrößert sich im Juli stark

Die USA haben im Juli mehr importiert und weniger exportiert. Das Exportdefizit des Landes vergrößerte sich somit stark und erreicht mit 88,6 Milliarden Euro den höchsten Wert seit über einem Jahr, wie das Handelsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Die aggressive Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hat eigentlich zum Ziel, die Außenhandelsbilanz mehr ins Gleichgewicht zu bringen.

Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen: Kein Kompromiss zu Sparplan in Sicht

Der Sparkurs bei Volkswagen ist am Freitag erneut Thema im Aufsichtsrat - ein Kompromiss zwischen Management, Arbeitnehmervertretung und dem Land Niedersachsen war kurz davor aber nicht in Sicht. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verlangte am Donnerstag vom VW-Vorstand ein Konzept, "das Auslastung der Standorte und damit den Erhalt der Industriearbeitsplätze am Standort Deutschland als Ziel hat".

Textgröße ändern: