Deutsche Tageszeitung - Reservegleise und mehr Puffer im Fahrplan: Vorschläge für pünktlichere Bahn

Reservegleise und mehr Puffer im Fahrplan: Vorschläge für pünktlichere Bahn


Reservegleise und mehr Puffer im Fahrplan: Vorschläge für pünktlichere Bahn
Reservegleise und mehr Puffer im Fahrplan: Vorschläge für pünktlichere Bahn / Foto: © AFP/Archiv

Reservegleise für verspätete Züge und mehr Puffer im Fahrplan: Eine vom Bundesverkehrsministerium eingerichtete Arbeitsgruppe hat eine Reihe von Maßnahmen für kurzfristige Verbesserungen der Pünktlichkeit der Deutschen Bahn vorgelegt. Die "Taskforce zuverlässige Bahn", der Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern, Behörden, der Bahn und weiteren Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie von Verbänden und Gewerkschaften angehören, legte am Freitag ihren Abschlussbericht vor. Darin sind 22 Maßnahmen aufgeführt.

Textgröße ändern:

Mehr Zuverlässigkeit versprechen sich die Branchenvertreter demnach etwa durch sogenannte Joker-Gleise: Bahnsteige an Bahnhöfen sollen künftig im regulären Betrieb freigehalten werden, um auf Störungen im Betrieb besser reagieren zu können. Zudem soll die im Fahrplan ausgewiesene Abfahrtszeit der Züge gegenüber der betrieblich vorgesehenen Abfahrtzeit systematisch vorgezogen werden, etwa um eine Minute. Das bringe mehr Zeit für die Zugabfertigung.

Allgemein sollen der Taskforce zufolge im Fahrplan künftig größere Puffer eingebaut werden. Ein "größerer zeitlicher Abstand zwischen zwei Zugfahrten" würde verhindern, dass selbst kleine Verspätungen eines Zugs die Pünktlichkeit von Folgezügen beeinträchtigen. Steckensperrungen wegen Menschen und Tieren im Gleis sollen künftig vermieden werden. Statt Gleise komplett zu sperren, sollen die Züge nach Möglichkeit langsamer und auf Sicht fahren.

Verbessert werden soll auch die Reisendenkommunikation, etwa mit mehr Personal an den Bahnsteigen, das dafür sorgen soll, dass die Reisenden am richtigen Gleis und an der richtigen Stelle warten. Dies würde den Ein- und Ausstieg beschleunigen und so verspäteten Abfahrten vorbeugen.

Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sprach von einem "wichtigen Meilenstein der Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene". Es habe "die geballte Expertise des Sektors" an diesen Vorschlägen mitgearbeitet.

Der ökologische Verkehrsclub (VCD) forderte eine rasche Umsetzung der Maßnahmen. "Schon seit langem werden für überlastete Schienenwege sogenannte 'Pläne zur Erhöhung der Schienenwegkapazität' beschlossen, damit Überlastung nicht zur Verspätungsfalle wird", erklärte die VCD-Vorsitzende Christiane Rohleder. "Bisher existieren diese Maßnahmen aber nur auf dem Papier."

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Bundesforschungsministerin Bär fordert "positivere Erzählung" von KI

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hat anlässlich des internationalen Investitionsgipfels in Berlin eine positivere Erzählung von Künstlicher Intelligenz (KI) gefordert. "Wir müssen die KI-Geschichte wesentlich positiver erzählen", sagte Bär am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin. Es habe immer Umbrüche gegeben. Am Ende sei es trotzdem immer weitergegangen. "Die Stummfilme haben auch mal gegen den Tonfilm demonstriert", fügte Bär hinzu.

Importkosten für Rohöl stark gestiegen - aber Allzeithoch aus 2022 noch entfernt

Die Importkosten für Rohöl nach Deutschland sind in diesem Jahr vor dem Hintergrund des Iran-Krieges stark gestiegen. Bis Ende August wurden 49,1 Millionen Tonnen Rohöl im Wert von 30,0 Milliarden Euro nach Deutschland importiert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag erklärte. Im Vorjahreszeitraum kostete der Import von 49,4 Millionen Tonnen nur 24,6 Milliarden Euro.

Verkehrsminister der Länder wollen Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer

Die Verkehrsminister der Länder wollen ein bundesweites Ticketangebot für Gelegenheitsfahrer im öffentlichen Nahverkehr schaffen. Es gehe um ein Angebot "für Gelegenheitsnutzende mit deutschlandweiter räumlicher Geltung analog zum Deutschlandticket", zitierte die Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag) aus einer Beschlussvorlage für die am Mittwoch beginnende Verkehrsministerkonferenz.

Studie: Bessere Vereinbarkeit pflegender Angehöriger mit Erwerbsarbeit nötig

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger angesichts der alternden Gesellschaft dürfte dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren immer mehr Arbeitskräte entziehen. In einer am Dienstag vorgestellten Analyse fordert die Bertelsmann Stiftung daher eine bessere Vereinbarkeit pflegender Angehöriger mit dem Job - andernfalls könnten 2045 über 200.000 Stellen gefährdet sein.

Textgröße ändern: