Deutsche Tageszeitung - Wirtschaftsministerium für erhebliche Einschnitte bei Förderung privater Solaranlagen

Wirtschaftsministerium für erhebliche Einschnitte bei Förderung privater Solaranlagen


Wirtschaftsministerium für erhebliche Einschnitte bei Förderung privater Solaranlagen
Wirtschaftsministerium für erhebliche Einschnitte bei Förderung privater Solaranlagen / Foto: © AFP

Das Bundeswirtschaftsministerium schlägt erhebliche Einschnitte bei der Förderung privater Solaranlagen vor. Die garantierte Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen soll wegfallen, wie es am Freitag aus Kreisen des Ressorts von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hieß. Betreiber neuer Anlagen sollen ihren Strom zudem selbst vermarkten müssen.

Textgröße ändern:

Eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ziele darauf ab "Überförderung" abzuschaffen, hieß es aus dem Ministerium. Bei kleinen PV-Anlagen für das Eigenheim lohne sich die Investition bereits innerhalb weniger Jahre. "Hier bedarf es keiner Förderung auf Kosten des Steuerzahlers."

"Wir werden nur noch für das zahlen, was tatsächlich einen Nutzen für das Stromsystem bringt", hieß es weiter. Die garantierte Einspeisevergütung führt demnach dazu, dass auch Solarenergie ins Netz eingespeist wird, wenn bereits genug Strom vorhanden ist.

Betreibern von kleinen Solaranlagen garantiert der Staat aktuell für 20 Jahre einen fixen Preis, wenn sie überschüssigen Strom ins Netz einspeisen. Diese Einspeisevergütung ist bereits stark reduziert worden. Derzeit beträgt sie noch 7,87 Cent pro Kilowattstunde für neue Anlagen und sinkt jedes halbe Jahr um ein Prozent.

Das ist weit weniger als der Marktpreis, für Anlagenbetreiber ist es also oft grundsätzlich rentabler, den Strom selbst zu nutzen, anstatt ihn einzuspeisen. Dank intelligenter Systeme, E-Autos und Energiespeichern passiert dies auch zunehmend. Experten betonen dennoch die Bedeutung der Einspeisevergütung für die Investitionssicherheit.

Vorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium zur EEG-Reform waren bereits im Februar in einer ersten Fassung publik geworden und hatten für viel Kritik gesorgt. Umwelt- und Wirtschaftsverbände befürchten, dass der Ausbau der Solarenergie durch das Förder-Aus zum Erliegen kommt. Kritiker werfen Reiche auch vor dem Hintergrund der aktuellen Öl- und Gaspreiskrise vor, zu stark auf fossile Brennstoffe zu setzen.

Zum Umdenken brachte dies die Ministerin aber offenbar nicht. Die Vorschläge, die nun nach Angaben aus ihrem Ministerium offiziell vorliegen, decken sich weitgehend mit den im Februar bekannt gewordenen Plänen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Bundesforschungsministerin Bär fordert "positivere Erzählung" von KI

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hat anlässlich des internationalen Investitionsgipfels in Berlin eine positivere Erzählung von Künstlicher Intelligenz (KI) gefordert. "Wir müssen die KI-Geschichte wesentlich positiver erzählen", sagte Bär am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin. Es habe immer Umbrüche gegeben. Am Ende sei es trotzdem immer weitergegangen. "Die Stummfilme haben auch mal gegen den Tonfilm demonstriert", fügte Bär hinzu.

Importkosten für Rohöl stark gestiegen - aber Allzeithoch aus 2022 noch entfernt

Die Importkosten für Rohöl nach Deutschland sind in diesem Jahr vor dem Hintergrund des Iran-Krieges stark gestiegen. Bis Ende August wurden 49,1 Millionen Tonnen Rohöl im Wert von 30,0 Milliarden Euro nach Deutschland importiert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag erklärte. Im Vorjahreszeitraum kostete der Import von 49,4 Millionen Tonnen nur 24,6 Milliarden Euro.

Verkehrsminister der Länder wollen Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer

Die Verkehrsminister der Länder wollen ein bundesweites Ticketangebot für Gelegenheitsfahrer im öffentlichen Nahverkehr schaffen. Es gehe um ein Angebot "für Gelegenheitsnutzende mit deutschlandweiter räumlicher Geltung analog zum Deutschlandticket", zitierte die Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag) aus einer Beschlussvorlage für die am Mittwoch beginnende Verkehrsministerkonferenz.

Studie: Bessere Vereinbarkeit pflegender Angehöriger mit Erwerbsarbeit nötig

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger angesichts der alternden Gesellschaft dürfte dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren immer mehr Arbeitskräte entziehen. In einer am Dienstag vorgestellten Analyse fordert die Bertelsmann Stiftung daher eine bessere Vereinbarkeit pflegender Angehöriger mit dem Job - andernfalls könnten 2045 über 200.000 Stellen gefährdet sein.

Textgröße ändern: