Deutsche Tageszeitung - BKA-Präsident Münch offen für strengere Altersgrenzen bei Social-Media-Nutzung

BKA-Präsident Münch offen für strengere Altersgrenzen bei Social-Media-Nutzung


BKA-Präsident Münch offen für strengere Altersgrenzen bei Social-Media-Nutzung
BKA-Präsident Münch offen für strengere Altersgrenzen bei Social-Media-Nutzung / Foto: © AFP

BKA-Präsident Holger Münch ist offen für strengere Altersgrenzen bei der Social-Media-Nutzung. "In den sozialen Netzwerken gibt es bis heute keinen Jugendschutz", sagte Münch den Zeitungen der Funke Mediengruppe in einem am Samstag veröffentlichten Interview. Er halte die Debatte um Altersbeschränkungen daher für "nachvollziehbar".

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"Kinder haben zu allen Inhalten fast unbegrenzten Zugang", kritisierte Münch mit Blick auf das Internet. "Das gäbe es in der realen Welt niemals, schon an der Kinokasse würden Kinder bei vielen Filmen scheitern." Gesetzgeber und Plattformbetreiber müssten daher "gemeinsam austarieren, welche Apps, Funktionen und Inhalte jugendfrei sind – und was für Kinder gesperrt ist", verlangte der Präsident des Bundeskriminalamts.

Münch warnte auch vor den bestehenden Algorithmen, die automatisiert die Inhalte in den Onlinenetzwerken steuern und an die Profile der Nutzer ausspielen. "Auch junge Menschen bekommen extreme und gewaltverherrlichende Inhalte in ihr Profil gespült", kritisierte er. Zugleich würden die Betreiber kaum strafbare Inhalte löschen. Dies gelte vor allem für größere Anbieter.

"Es ist offenbar immer noch das Geschäftsmodell der großen Online-Unternehmen wie TikTok oder Instagram, dass man nur tut, was man tun muss", warf Münch den Unternehmen vor.

Eine strengere Regulierung von Social-Media-Plattformen forderte auch die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Ramona Pop. "Wir plädieren dafür, dass die Plattformen endlich dazu gezwungen werden, ihre schädlichen Geschäftsmodelle anzupassen", sagte sie der "Rheinischen Post". Ein Social-Media-Verbot mit starren Altersbeschränkungen sei hingegen aus ihrer Sicht "kein Allheilmittel".

"Meine Sorge ist, dass bei der aktuellen Debatte am Ende nur die Altersbeschränkung übrig bleibt", sagte Pop. Dies reiche aber bei Weitem nicht aus und sei auch sehr leicht zu umgehen. Sie warnte auch vor "manipulativen Techniken gepaart mit potenziell gefährlichen Inhalten" auf manchen Plattformen, was nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene betreffe. Wichtig seien daher "sichere Standardeinstellungen, die alle schützen", forderte die vzbv-Vorständin.

Zuletzt hatte es in Deutschland eine Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche gegeben. Auch auf EU-Ebene gibt es Beratungen über eine Altersgrenze für Online-Plattformen wie Tiktok oder Instagram.

(L.Møller--DTZ)

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