Deutsche Tageszeitung - Apothekenpleiten auf höchstem Stand seit 2008 - Branche aber vergleichsweise stabil

Apothekenpleiten auf höchstem Stand seit 2008 - Branche aber vergleichsweise stabil


Apothekenpleiten auf höchstem Stand seit 2008 - Branche aber vergleichsweise stabil
Apothekenpleiten auf höchstem Stand seit 2008 - Branche aber vergleichsweise stabil / Foto: © AFP

Die Zahl der Apothekenpleiten hat einer Auswertung zufolge im vergangenen Jahr ihren höchsten Stand seit 2008 erreicht. 2025 seien 44 Apotheken insolvent gegangen, erklärte die Wirtschaftsauskunftei Crif am Montag. Lange sei die Zahl der Insolvenzen weitgehend stabil oder rückläufig geblieben, ab 2023 habe sich die Lage jedoch deutlich verändert: Damals verzeichnete die Branche 19 Insolvenzen, im Folgejahr 2024 waren es 40.

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Auch nahm laut Crif die Insolvenzgefährdung zu: Galten 2025 bundesweit 246 Apotheken als gefährdet, steige dieser Wert in diesem Jahr um 12,6 Prozent auf 277 Betriebe. "Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft bleibt die Branche dennoch stabiler", erklärte die Auskunftei. Insgesamt gilt demnach ein Anteil von 10,3 Prozent aller Unternehmen bundesweit als insolvenzgefährdet - bei den Apotheken ist es ein deutlich kleinerer Anteil von 1,7 Prozent.

Die Apothekerschaft protestierte am Montag mit Apothekenschließungen und Kundgebungen für eine Honorarerhöhung. "Wegen der chronischen Unterfinanzierung müssen jedes Jahr hunderte Apotheken schließen", hatte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), Thomas Preis, erklärt. "Seit 2013 haben wir rund 20 Prozent aller Apotheken verloren - für die Menschen in den Städten und auf dem Land verlängern sich somit die Wege zur nächsten Apotheke."

Dem widersprach die Krankenkasse Barmer mit Verweis auf eine Analyse des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Demnach könnten 78 Prozent der Bevölkerung innerhalb einer Wegstrecke von maximal zwei Kilometern eine Apotheke erreichen, erklärte die Krankenkasse. Der Barmer zufolge legt die Studie zudem nah, dass die Angst vor Apothekenschließungen "unbegründet" sei.

"Bei gut 73 Prozent der Apotheken wäre im Fall einer Schließung die Erreichbarkeit einer anderen Apotheke innerhalb einer Wegstrecke von bis sechs Kilometer gegeben", führte die Krankenkasse aus. "Pauschale politische Fördermaßnahmen für Apotheken auf Kosten der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler sind definitiv nicht zu rechtfertigen", erklärte Barmer-Chef Christoph Straub.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sprach sich anlässlich des Protesttags der Apothekerschaft für eine flexible Honorarregelung aus. "Wir müssen besonders die für die Versorgung relevanten kleinen Apotheken in strukturschwachen Regionen in den Blick nehmen", erklärte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Stefanie Stoff-Ahnis. Apotheken in Ballungsräumen mit Millionenumsätzen bräuchten keine Vergütungserhöhung. Es müsse "möglich sein, dass absatzstarke Apotheken einen geringeren Fixbetrag pro Packung erhalten, Apotheken mit einem geringeren Absatz hingegen einen höheren Betrag".

(L.Barsayjeva--DTZ)

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