Deutsche Tageszeitung - Standort der neuen EU-Zollbehörde: Brüssel entscheidet sich für Lille

Standort der neuen EU-Zollbehörde: Brüssel entscheidet sich für Lille


Standort der neuen EU-Zollbehörde: Brüssel entscheidet sich für Lille
Standort der neuen EU-Zollbehörde: Brüssel entscheidet sich für Lille / Foto: © AFP

Die neue EU-Zollbehörde wird ihren Sitz in der nordfranzösischen Stadt Lille haben. Darauf einigten sich am Mittwoch in Brüssel Vertreter des EU-Parlaments und der EU-Länder. Lilles Bürgermeister Arnaud Deslandes begrüßte die Entscheidung und sprach von einem "Sieg" seiner Stadt.

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Die neue Behörde ist Teil der Brüsseler Pläne zur Überarbeitung der EU-Zollvorschriften. Sie soll die Aktivitäten der nationalen Behörden koordinieren. Zudem sollen die Vorgänge digitalisiert werden, damit Daten schneller überall zur Verfügung stehen.

Lille hat rund 230.000 Einwohner und liegt gut 100 Kilometer östlich von Brüssel. Um den Sitz der neuen Behörde hatten sich neun Städte beworben: Neben Lille waren dies Bukarest, Den Haag, Lüttich, Malaga, Porto, Rom, Warschau und Zagreb. Es wird davon ausgegangen, dass die Behörde ihre Arbeit 2028 aufnimmt.

Ein Schwerpunkt der Zollreform dreht sich um die Lieferungen kleiner Pakete, die auf asiatischen Onlineplattformen bestellt wurden. Im Dezember einigten sich die EU-Länder auf eine Sonderabgabe von drei Euro auf kleinere Pakete aus Drittstaaten. Einen Monat zuvor hatten sie bereits die Zollfreiheit für Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro aufgehoben. Die EU-Kommission erhofft sich durch die Reform zusätzliche Zolleinnahmen von rund einer Milliarde Euro im Jahr.

EU-Angaben zufolge gelangten im Jahr 2024 rund 4,6 Milliarden Sendungen mit einem Wert von unter 150 Euro auf den europäischen Markt - das sind über 145 pro Sekunde. Von diesem Gesamtvolumen stammten 91 Prozent aus China.

(U.Beriyev--DTZ)

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