Deutsche Tageszeitung - IG BAU-Chef: Wohnungsbau in Deutschland erreicht neuen Tiefpunkt

IG BAU-Chef: Wohnungsbau in Deutschland erreicht neuen Tiefpunkt


IG BAU-Chef: Wohnungsbau in Deutschland erreicht neuen Tiefpunkt
IG BAU-Chef: Wohnungsbau in Deutschland erreicht neuen Tiefpunkt / Foto: © AFP/Archiv

Beim Wohnungsneubau in Deutschland ist dem Chef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zufolge ein neuer Tiefpunkt in Sicht. "Die Zahl neu gebauter Wohnungen wird auf unter 200.000 sinken", sagte IG BAU-Chef Robert Feiger den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Donnerstagsausgaben). "Das ist nicht einmal mehr die Hälfte von dem, was mindestens gebaut werden müsste", sagte er. "Damit wird eine rote Linie gerissen."

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Feiger bezog sich bei der Zahl auf die Auswertung verschiedener Bauindikatoren, unter anderem die Vorbestellungen beim Baumaterial sowie Einschätzungen aus der Branche. Der IG BAU-Chef äußerte sich unmittelbar vor dem Wohnungsbau-Tag, der am Donnerstag in Berlin von sieben führenden Verbänden und Organisationen der Bau- und Wohnungswirtschaft veranstaltet wird.

Notwendig seien neben neuen Sozialwohnungen vor allem bezahlbare Wohnungen, erklärte Feiger. Sie seien die Voraussetzung für funktionierende Arbeitsmärkte und damit auch für die Zuwanderung von Fachkräften. "Wenn die Baby-Boomer in Rente gehen, dann müssen die Menschen, die deren Jobs übernehmen, auch wohnen können", sagte er. "Schon heute fahren viele stundenlang und kilometerweit zum Arbeitsplatz." Die Menschen, die sich das Wohnen am wenigsten leisten könnten, litten am stärksten unter der Wohnungsnot.

Feiger warnte gleichzeitig vor den wirtschaftlichen Folgen der Wohnungskrise. Jeder siebte Arbeitsplatz und jeder siebte Euro in der Bruttowertschöpfung hänge mit dem Wohnungsbau zusammen. "Ohne deutlich mehr Wohnungsbau wird es keine wirtschaftliche Erholung geben." Mehr Wohnungsbau sei der Schlüssel für mehr Wirtschaftswachstum. "Vor allem der Neubau von Wohnungen ist essenziell für die Wirtschaftswende, die die Bundesregierung versprochen hat", sagte Feiger. Die Bundesregierung müsse jetzt "mit voller Kraft auf den Wohnungsbau als entscheidenden Binnenkonjunkturmotor setzen".

(W.Uljanov--DTZ)

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