Deutsche Tageszeitung - Grünes Licht für Strompreissubvention für energieintensive Industrie

Grünes Licht für Strompreissubvention für energieintensive Industrie


Grünes Licht für Strompreissubvention für energieintensive Industrie
Grünes Licht für Strompreissubvention für energieintensive Industrie / Foto: © AFP/Archiv

Unternehmen in energieintensiven Bereichen können mit deutlichen Entlastungen bei ihren Stromkosten rechnen. Die EU-Kommission gab am Donnerstag grünes Licht für die Pläne der Bundesregierung für einen sogenannten Industriestrompreis. Deutschland darf demnach die Stromkosten energieintensiver Unternehmen rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 bis Ende 2028 subventionieren. "Damit wird buchstäblich ein Bremsklotz beseitigt", freute sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

Textgröße ändern:

Mit dem Industriestrompreis soll der Strompreis auf fünf Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden. Antragsberechtigte Unternehmen, etwa aus der Metall- oder Chemieindustrie, können am Ende des Jahres die Subvention beantragen. Auf Basis des Stromverbrauchs über das Jahr können sie sich dann die Differenz zum durchschnittlichen Großhandelspreis erstatten lassen. "Mein Haus hat dafür in Brüssel lange gekämpft und ich kann Ihnen heute mitteilen, dass der Knoten durchschlagen ist", sagte Reiche.

Für die Hilfen sind nach Angaben der EU-Kommission insgesamt 3,8 Milliarden Euro vorgesehen. Voraussetzung aus Brüssel ist zudem, dass die Unternehmen mindestens die Hälfte der Einsparungen in eine klimafreundlichere Produktion investieren. Reiche nannte beispielsweise Erneuerbare Energieanlagen auf den Firmengeländen als Möglichkeit, die Mittel zu verwenden.

Die Gelder stehen Unternehmen in Sektoren offen, "bei denen ein erhebliches Risiko besteht, dass sie ihre Tätigkeiten in Länder außerhalb der EU verlagern", teilte die Kommission weiter mit. Reiche sprach von 91 Sektoren und rund 9500 Unternehmen in Deutschland. Das Bundeswirtschaftsministerium ergänzte, dass neben der "klassischen energieintensiven Industrie" auch weitere Bereiche später noch hinzukommen können, "sofern die erforderlichen Strom- und Handelsintensitäten nachgewiesen werden können".

Die schwarz-rote Koalition hatte den Industriestrompreis bereits im November grundsätzlich beschlossen, lange bevor der Irankrieg die Energiepreise in die Höhe trieb. Das grüne Licht aus Brüssel stand noch aus, ebenso eine finale Einigung innerhalb der schwarz-roten Koalition. Medienberichten zufolge ging es im Detail vor allem um die Frage, für welche Projekte die subventionierten Unternehmen die erhaltene Staatshilfe reinvestieren müssen.

"Wir erreichen eine spürbare Entlastung bei den Energiekosten", erklärte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Mit dem Industriestrompreis werde die deutsche Industrie "international wettbewerbsfähiger", zudem würden Arbeitsplätze in Deutschland geschützt.

Sein Parteikollege, Bundesumweltminister Carsten Schneider, erklärte, die Energie in Deutschland werde "Schritt für Schritt immer mehr aus erneuerbaren Quellen kommen, weil das die nachhaltigste und günstigste Energieform ist". Der Industriestrompreis sei "ein Instrument, das den Übergang in die Zukunftstechnologien erleichtern kann".

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisierte die Entlastungen hingegen als zu gering. "Laut unseren Berechnungen würde die Entlastung bei den meisten Unternehmen bei unter zehn Prozent der Strombezugskosten liegen", erklärte Matthias Belitz vom VCI. Es zeige sich hier, dass der Beihilferahmen der EU-Kommission zu streng sei.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Mission mit deutscher Unterstützung: Japanische Rakete mit Marsmond-Rover gestartet

Mit deutscher Unterstützung hat die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa eine Mission gestartet, bei der erstmals Material von der Marsregion zur Erde gebracht werden soll. Vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima startete am Dienstag um 04.41 Uhr Ortszeit (21.41 Uhr MESZ) eine H3-Trägerrakete mit einer Raumsonde an Bord, die zwei Monde des Mars erforschen soll.

Bundesregierung vereinbart mit Nvidia Zusammenarbeit bei KI-Entwicklung

Die Bundesregierung hat mit dem US-Chipentwickler Nvidia eine Zusammenarbeit zur Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) vereinbart. Das Bundeswirtschafts- und das Forschungsministerium unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung mit Nvidia am Montag im Rahmen eines Investitionsgipfels in Berlin, wie die Bundesregierung mitteilte. Vereinbart werde, "eine Initiative zur Entwicklung modernster KI-Modelle für Physical AI voranzutreiben" - also KI, die in physischen Systemen wie etwa Robotern integriert wird.

Melania-Initiative: Trump unterzeichnet Dekret für Frauengesundheit

US-Präsident Donald Trump hat auf Initiative seiner Ehefrau Melania ein Dekret zur Gesundheit von Frauen unterzeichnet. Melania Trump sprach am Montag bei einem Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses von einem "neuen Standard" in den USA. "Wir verfügen heute über außergewöhnliche wissenschaftliche Fähigkeiten, etwa Superintelligenz, hochentwickelte Biotechnologie und bahnbrechende Therapien", fügte sie hinzu. Davon sollten auch Frauen profitieren.

Urteil: Gesundheits-Apps sind nicht von Umsatzsteuer befreit

Gesundheits-Apps sind einem Gerichtsurteil zufolge nicht wie reguläre Behandlungen von der Umsatzsteuer befreit. Das entschied das Sächsische Finanzgericht in Leipzig bereits im März, wie eine Gerichtssprecherin am Montag in Leipzig mitteilte.

Textgröße ändern: