Deutsche Tageszeitung - Russland stoppt ab Mai Durchleitung von kasachischem Öl nach Deutschland

Russland stoppt ab Mai Durchleitung von kasachischem Öl nach Deutschland


Russland stoppt ab Mai Durchleitung von kasachischem Öl nach Deutschland
Russland stoppt ab Mai Durchleitung von kasachischem Öl nach Deutschland / Foto: © AFP

Russland stoppt ab Mai die Durchleitung von Öl aus Kasachstan durch die sogenannte Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt. Moskau verwies am Mittwoch auf "technische" Gründe. Die PCK ist entscheidend für die Vorsorgung Berlins und Brandenburgs mit Kraftstoff. Die Bundesregierung sieht dennoch derzeit nicht die Gefahr, dass es zu Versorgungsengpässen kommen könnte.

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Kasachische Öllieferungen nach Deutschland würden ab kommenden Freitag "auf andere verfügbare Logistikwege umgeleitet", sagte der für Energie zuständige russische Vizeregierungschef Alexander Nowak in Moskau. "Dies ist auf die derzeitigen technischen Kapazitäten zurückzuführen." Das Bundeswirtschaftsministerium hatte zuvor mitgeteilt, von der PCK über den Lieferstopp unterrichtet worden zu sein.

Die PCK wird von der deutschen Tochter des russischen Rosneft-Konzern kontrolliert. Berlin hatte das Unternehmen im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine unter Treuhandverwaltung durch die Bundesnetzagentur gestellt. "Rosneft Deutschland prüft derzeit die Auswirkungen und wird sich einer etwaigen neuen Lage anpassen", erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums mit Blick auf den Lieferstopp.

Die PCK ist für die Versorgung Berlins und des Nordostens Deutschlands mit Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl wichtig. Das Unternehmen gibt an, für 90 Prozent der Versorgung Berlins und Brandenburgs zu stehen. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, die Treibstoffversorgung sei sichergestellt. Der Wegfall der Leistung aus der Druschba-Pipeline werde "den Raffineriebetrieb in Schwedt nicht signifikant einschränken".

Nach Angaben des Unternehmens wird die Raffinerie hauptsächlich per Pipeline aus Rostock versorgt. Über die Druschba-Pipeline kommen demnach "zusätzliche Mengen", neben Kasachstan auch vom Hafen Danzig in Polen.

Die Druschba-Pipeline verläuft durch Russland und spaltet sich dann in zwei Stränge auf: der nördliche führt durch Belarus und Polen nach Schwedt, der südliche durch die Ukraine nach Ungarn. Das Durchleitungsverbot für kasachisches Öl betrifft nur den nördlichen Teil.

Tatsächlich wurde die Durchleitung durch den südlichen Teil erst am Mittwoch wieder aufgenommen. Zuvor hatte die Beschädigung des ukrainischen Abschnitts zu massivem Streit zwischen Kiew und Budapest geführt. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban warf der Ukraine vor, die Reparatur der Leitung zu blockieren.

(G.Khurtin--DTZ)

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