Deutsche Tageszeitung - Studie: Zwölf-Uhr-Tankregel bringt Mineralölkonzernen zusätzliche Gewinne

Studie: Zwölf-Uhr-Tankregel bringt Mineralölkonzernen zusätzliche Gewinne


Studie: Zwölf-Uhr-Tankregel bringt Mineralölkonzernen zusätzliche Gewinne
Studie: Zwölf-Uhr-Tankregel bringt Mineralölkonzernen zusätzliche Gewinne / Foto: © AFP

Die am 1. April eingeführte Zwölf-Uhr-Tankregel bringt einer Studie zufolge den Mineralölkonzernen zusätzliche Gewinne. Die Gewinnmargen sowohl für E5- als auch für E-10-Benzin in Deutschland seien um rund sechs Cent pro Liter gestiegen, heißt es in der Untersuchung des Leibniz Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Instituts für Wettbewerbsökonomie (Dice) vom Montag. Der Effekt auf die Dieselpreise bleibe dagegen "zumindest kurzfristig uneindeutig".

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Vor allem kleinere Ketten und unabhängige Anbieter hätten ihre Gewinnmargen stärker angehoben als große Tankstellenketten, heißt es in der Studie. Innerhalb Deutschlands variiere die Stärke des Effekts zudem "erheblich" - in Süddeutschland seien die Margen besonders stark gestiegen.

Das zeige, dass die Reform stark von Marktstruktur und Wettbewerbsintensität abhänge. Insbesondere größere Unternehmen erhöhten ihre Margen weniger stark, "da sie als marktbeherrschende Akteure eher kartellrechtliche Prüfungen fürchten müssen", erklärte Dice-Direktor Justus Haucap.

Analysiert wurden Daten von rund 15.000 Tankstellen im Zeitraum jeweils zwei Wochen vor und nach Inkrafttreten der neuen Tankpreisregelung. Um die Gewinnmargen zu berechnen, verglichen die Forschenden Kraftstoffpreise abzüglich der Steuern und Gebühren mit den Großhandelspreisen aus der europäischen Handelsregion Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA-Preis).

"Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken", erklärte Dice-Studienautorin Leona Jung. "Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich." Ko-Autor Leonard Gregor vom Dice-Institut ergänzte, durch die Zwölf-Uhr-Tankregel würden günstige Zeitfenster "klarer erkennbar". Andererseits müssten höhere Preise zwischen Mittag und Abend in Kauf genommen werden.

Die Preise wurden laut Studie "systematisch" während der Mittagszeit bis in die Abendstunden erhöht. In den Morgenstunden fielen sie tendenziell unter den Tagesdurchschnitt. Zuvor hätten Verbraucherinnen und Verbraucher über den Tag zahlreiche Gelegenheiten gehabt, günstiger zu tanken.

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen in Deutschland die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen, und zwar um zwölf Uhr mittags. Senken dürfen sie die Preise jederzeit. So soll es weniger kurzfristige Preissprünge an den Zapfsäulen geben. Die Bundesregierung hatte angegeben, sie wolle Verbraucherinnen und Verbrauchern damit "wieder mehr Vertrauen in die Preise an den Zapfsäulen geben und den Wettbewerb stärken". An der Lage an den globalen Energiemärkten ändere die Regelung aber nichts.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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