Deutsche Tageszeitung - EU-Kommissionschefin wirbt erneut für Mini-Atomkraftwerke

EU-Kommissionschefin wirbt erneut für Mini-Atomkraftwerke


EU-Kommissionschefin wirbt erneut für Mini-Atomkraftwerke
EU-Kommissionschefin wirbt erneut für Mini-Atomkraftwerke / Foto: © AFP

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich erneut für den Bau von Mini-Atomkraftwerken ausgesprochen. Zu Beginn einer Vorstandsklausur der Unions-Bundestagsfraktion in Berlin verwies von der Leyen am Montag darauf, dass sich Europa unabhängig von Importen fossiler Energieträger wie Gas und Öl machen müsse. Wie erneuerbare Energien könne auch Kernenergie in Europa erzeugt werden und sie belaste das Klima "weit weniger". Kernenergie sei zudem "grundlastfähig". Hier eröffneten "vor allem die neuen, kleinen modularen Reaktoren neue Perspektiven", sagte von der Leyen.

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Die EU-Kommissionsvorsitzende verwies auf EU-Staaten wie Finnland oder Schweden, die auf eine Kombination aus "der ganzen Bandbreite der erneuerbaren Energien und Kernernergie" setzten. Auch die USA, China, Großbritannien und andere Länder würden an den sogenannten "Small Modular Reactors" (SMR) forschen und in die Technologie investieren.

Der Iran-Krieg zeige erneut, dass die Abhängigkeit von importierter fossiler Energie Europa verwundbar mache, sagte von der Leyen. "Seit Beginn der Krise im Mittleren Osten haben wir 27 Milliarden Euro mehr bezahlt für Gas- und Ölimporte, ohne ein einziges Molekül an Energie zusätzlich zu bekommen." Um diese Abhängigkeit zu verringern, müsse Europa die auf dem Kontinent selbst produzierte Energie ausbauen. "Jede Kilowattstunde hier erzeugter Energie ist ein Beitrag zu wirtschaftlicher Stabilität, zu bezahlbarer Energie und damit zur Unabhängigkeit Europas."

Die "Mini-Akw" werden von Atomkraftbefürwortern als Option beworben, um Atomkraft zu geringeren Risiken und Kosten anwenden zu können. Auf deutscher Seite gibt es dazu keine konkreten Pläne, allerdings auch Stimmen, die für ein solches Modell werben, unter anderem von CSU-Chef Markus Söder.

Auch aus dem von Katherina Reiche (CDU) geführten Bundeswirtschaftsministerium wird gefordert, die SMR-Technologie zu prüfen. Reiche wird von Umweltverbänden vorgeworfen, zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien ausbremsen zu wollen. Experten aus dem SPD-geführten Bundesumweltministerium halten die Mini-Atomkraftwerke für unwirtschaftlich.

(P.Hansen--DTZ)

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