Deutsche Tageszeitung - Bundesbankpräsident Nagel bei unveränderter Lage für Zinserhöhung im Juni

Bundesbankpräsident Nagel bei unveränderter Lage für Zinserhöhung im Juni


Bundesbankpräsident Nagel bei unveränderter Lage für Zinserhöhung im Juni
Bundesbankpräsident Nagel bei unveränderter Lage für Zinserhöhung im Juni / Foto: © AFP/Archiv

Bundesbankpräsident Joachim Nagel hält im Falle einer unveränderten wirtschaftlichen Lage eine Zinserhöhung im Juni für nötig. "Aus heutiger Sicht entwickelt sich die Lage ungünstiger als im damaligen Basis-Szenario. Umso mehr ist eine Reaktion des EZB-Rats im Juni angemessen, wenn sich die Aussichten nicht merklich verbessern", erklärte er am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Leitzinsen am Donnerstag trotz steigender Preise infolge des Iran-Kriegs unverändert gelassen.

Textgröße ändern:

"Das wachsame Abwarten des EZB-Rats dient dazu, mehr Klarheit zu bekommen", erklärte Nagel am Freitag. Er gehört dem EZB-Rat an. "Wir sind uns der Risiken für die Preisstabilität bewusst und jederzeit handlungsbereit", versicherte er. EZB-Chefin Christine Lagarde hatte am Donnerstag die Entschlossenheit des EZB-Rats bekräftigt, die Inflation zu zähmen und mittelfristig wieder auf zwei Prozent zu bringen. Die nächste Sitzung des EZB-Rates ist am 11. Juni.

Im April erreichte die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen in der Eurozone nach einer ersten Schätzung des Statistikamts Eurostat 3,0 Prozent - 0,4 Prozentpunkte mehr als im März. Im Februar hatte die Inflation noch bei 1,9 Prozent und damit unterhalb des EZB-Ziels von zwei Prozent gelegen.

Grund für den erheblichen Anstieg ist vor allem der Energiepreisschock infolge des Kriegs im Nahen Osten. Laut Eurostat stiegen die Energiepreise im April um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Studie: Reale CO2-Bilanz von Plugin-Hybriden wird immer schlechter

Plugin-Hybrid-Autos stoßen im realen Verkehr deutlich mehr CO2 aus, als von den Herstellern angegeben wird - und die Lücke wird einer Studie zufolge immer größer. Bei Autos, die 2021 zugelassen wurden, sind die realen Emissionen im Schnitt 3,5-mal höher als angegeben, wie die Organisation International Council on Clean Transportation (ICCT) am Donnerstag mitteilte. Bei 2023 zugelassenen Wagen stieg die Lücke auf das 4,6-Fache.

Venezuela unterzeichnet milliardenschwere Verträge mit Chevron, ENI und GE Vernova

Im Beisein von US-Energieminister Chris Wright haben die Ölkonzerne Chevron und ENI sowie das Energieunternehmen GE Vernova milliardenschwere Verträge mit Venezuela unterzeichnet. Die Verträge lösten Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich aus und seien "entscheidend, um den Prozess des Friedens, der Chancen und des Wohlstands" für die Venezolaner in Gang zu setzen, sagte Wright am Mittwoch in Caracas an der Seite der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez.

US-Richterin verhindert Abspaltung der Google-Werbeplattform

Die US-Regierung hatte aus Wettbewerbsgründen die Abspaltung der Google-Werbeplattform Ad Manager verlangt, eine Bundesrichterin hat dies aber nun verhindert. Die Richterin Leonie Brinkema erklärte am Mittwoch, stattdessen solle es strengere Auflagen für Google geben. Sie räumte dem Konzern und der Regierung eine Frist von 30 Tagen ein, um sich zu einigen.

Uber streicht weltweit jede zehnte Stelle und stellt Betrieb in Nigeria und Uganda ein

Der Fahrdienstleister Uber reduziert die Zahl seiner Mitarbeiter weltweit um rund zehn Prozent. Die Stellenstreichungen seien Teil einer "umfassenden organisatorischen Veränderung", erklärte Uber-Chef Dara Khosrowshahi am Mittwoch in einer Mitteilung an die Belegschaft.

Textgröße ändern: