Deutsche Tageszeitung - Teurer Sprit wegen Iran-Kriegs: US-Billig-Airline Spirit stellt Flugbetrieb ein

Teurer Sprit wegen Iran-Kriegs: US-Billig-Airline Spirit stellt Flugbetrieb ein


Teurer Sprit wegen Iran-Kriegs: US-Billig-Airline Spirit stellt Flugbetrieb ein
Teurer Sprit wegen Iran-Kriegs: US-Billig-Airline Spirit stellt Flugbetrieb ein / Foto: © AFP

Angesichts der durch den Iran-Krieg deutlich gestiegenen Treibstoffpreise stellt die US-Billigfluggesellschaft Spirit Airlines ihren Betrieb ein. Wie der Mutterkonzern Spirit Aviation Holdings am Samstag mitteilte, wurden alle Spirit-Airlines-Flüge gestrichen. Die Airline habe mit sofortiger Wirkung "eine geordnete Abwicklung ihrer Aktivitäten begonnen". Auf der Website der Fluggesellschaft hieß es, der Kundendienst sei nicht mehr verfügbar, die Rückzahlung bereits bezahlter Tickets sei eingeleitet worden.

Textgröße ändern:

Seit dem Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar haben sich die Kerosin-Preise mehr als verdoppelt. Größere US-Fluggesellschaften haben daher bereits ihre Gewinnprognosen gesenkt, ihre Wachstumsvorhaben eingeschränkt oder beides.

Spirit Airlines hatte zuletzt nach Wegen aus seiner zweiten Insolvenz binnen eines Jahres gesucht. Laut Unternehmenschef Dave Davis hatte die Fluggesellschaft eine "Vereinbarung mit unseren Anteilseignern auf einen Restrukturierungsplan" erzielt, der einen Weiterbetrieb ermöglicht hätte. Der "plötzliche und anhaltende Anstieg der Treibstoffpreise in den vergangenen Wochen" habe Spirit Airlines dann aber keine andere Möglichkeit gelassen, als den Betrieb einzustellen.

Für einen Weiterbetrieb wären laut Davis "hunderte Millionen Dollar zusätzlich" nötig gewesen, die die Firma einfach nicht habe. Spirit Airlines hatte 1992 seinen Betrieb aufgenommen und 2024 noch mehr als 11.000 Menschen beschäftigt.

Im April hatte die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa überraschend das sofortige Aus ihrer Tochter Cityline bekanntgegeben. Bis Oktober entfallen demnach insgesamt 20.000 Flüge, was mehr als 40.000 Tonnen Kerosin einspare.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Studie: Reale CO2-Bilanz von Plugin-Hybriden wird immer schlechter

Plugin-Hybrid-Autos stoßen im realen Verkehr deutlich mehr CO2 aus, als von den Herstellern angegeben wird - und die Lücke wird einer Studie zufolge immer größer. Bei Autos, die 2021 zugelassen wurden, sind die realen Emissionen im Schnitt 3,5-mal höher als angegeben, wie die Organisation International Council on Clean Transportation (ICCT) am Donnerstag mitteilte. Bei 2023 zugelassenen Wagen stieg die Lücke auf das 4,6-Fache.

Venezuela unterzeichnet milliardenschwere Verträge mit Chevron, ENI und GE Vernova

Im Beisein von US-Energieminister Chris Wright haben die Ölkonzerne Chevron und ENI sowie das Energieunternehmen GE Vernova milliardenschwere Verträge mit Venezuela unterzeichnet. Die Verträge lösten Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich aus und seien "entscheidend, um den Prozess des Friedens, der Chancen und des Wohlstands" für die Venezolaner in Gang zu setzen, sagte Wright am Mittwoch in Caracas an der Seite der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez.

US-Richterin verhindert Abspaltung der Google-Werbeplattform

Die US-Regierung hatte aus Wettbewerbsgründen die Abspaltung der Google-Werbeplattform Ad Manager verlangt, eine Bundesrichterin hat dies aber nun verhindert. Die Richterin Leonie Brinkema erklärte am Mittwoch, stattdessen solle es strengere Auflagen für Google geben. Sie räumte dem Konzern und der Regierung eine Frist von 30 Tagen ein, um sich zu einigen.

Uber streicht weltweit jede zehnte Stelle und stellt Betrieb in Nigeria und Uganda ein

Der Fahrdienstleister Uber reduziert die Zahl seiner Mitarbeiter weltweit um rund zehn Prozent. Die Stellenstreichungen seien Teil einer "umfassenden organisatorischen Veränderung", erklärte Uber-Chef Dara Khosrowshahi am Mittwoch in einer Mitteilung an die Belegschaft.

Textgröße ändern: