Deutsche Tageszeitung - Mai-Kundgebungen in Berlin vorwiegend friedlich - Aber auch Festnahmen und Straftaten

Mai-Kundgebungen in Berlin vorwiegend friedlich - Aber auch Festnahmen und Straftaten


Mai-Kundgebungen in Berlin vorwiegend friedlich - Aber auch Festnahmen und Straftaten

Die Kundgebungen in Berlin zum 1. Mai sind nach Angaben der Polizei in diesem Jahr "überwiegend friedlich abgelaufen". Insgesamt habe es mehr als 90 Versammlungen gegeben, an denen mehr als 70.000 Menschen teilgenommen hätten, hieß es am Samstagnachmittag. Die meisten seien störungsfrei verlaufen, Zwischenfälle gab es aber erneut unter anderem bei der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration.

Textgröße ändern:

Bei dem gesamten Versammlungsgeschehen zum 1. Mai in Berlin gab es der Bilanz der Polizei zufolge knapp 90 Festnahmen. Auch seien 121 Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden. 15 Beamtinnen und Beamte wurden den Angaben zufolge leicht verletzt.

Stadtweit waren diesmal laut Polizei mehr als 5300 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Unterstützt wurden die Kräfte des Landes dabei von der Bundespolizei sowie Polizeien anderer Bundesländer.

An der Revolutionären 1. Mai-Demonstration nahmen laut Polizei etwa 11.000 Menschen teil, die Veranstalter berichteten von etwa 30.000 Teilnehmenden. Unter anderem wegen Angriffen auf Polizeikräfte, aber auch wegen anderer Vergehen gab es laut Polizei 18 Festnahmen, auch seien 28 Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Aus diesem Aufzug heraus sei "erhebliche Pyrotechnik" gezündet worden, hieß es. Polizisten seien teilweise mit Gegenständen beworfen worden. In vergangenen Jahren war es bei dieser Veranstaltung immer wieder zu Ausschreitungen linksextremer Gruppen gekommen.

Eine Sprecherin der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" beschrieb die Stimmung am Samstag diesmal als "durchweg gut und kämpferisch". Die Teilnehmenden hätten sich für Frieden, Freiheit, Solidarität ausgesprochen und gegen Militarismus, Aufrüstung, Wehrpflicht, Sozialabbau und Überwachung protestiert.

Weitere größere Veranstaltungen waren die traditionelle 1.-Mai-Kundgebung der Gewerkschaften mit laut Polizei rund 7000 Teilnehmenden sowie ein Fahrradkorso mit etwa 3500 Menschen.

Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel zog eine überwiegend positive Bilanz. "Unsere über Jahrzehnte immer weiter fortentwickelte und ausdifferenzierte Strategie der Deeskalation hat sich erneut bewährt: Zurückhaltung, wenn es uns nicht braucht, enge Begleitung, wenn Straftaten drohen, konsequentes Eingreifen, wenn Straftaten begangen werden", erklärte sie am Samstag.

Auch in weiteren Städten wie Hamburg, Bremen, Leipzig, Stuttgart oder Frankfurt am Main gab es zum 1. Mai zahlreiche Kundgebungen. Darunter waren neben den offiziellen Mai-Kundgebungen der Gewerkschaften auch weitere, linksgerichtete Demonstrationen.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist - wie bereits in der spanischen Hauptstadt Madrid - ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden. Nach einer Demonstration versammelten sich am Samstagabend hunderte Protestierer auf dem Rossio-Platz in Herzen von Lissabon und bauten dutzende Zelte auf, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Hunderttausende Teilnehmer und heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich

Hunderttausende Teilnehmer, Gebäude in Flammen, Tränengasschwaden und dutzende Festnahmen: Am landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der Organisatoren gingen am Samstag rund 800.000 Menschen im ganzen Land auf die Straße. Von Marseille bis Lille kam es dabei zu Ausschreitungen, mehr als 272 Menschen wurden festgenommen. In Saint-Etienne verlor erneut ein Demonstrant durch eine Polizeigranate seine Hand.

Protesttag in Frankreich: Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei

Bei einer Großdemonstration in Paris im Rahmen eines landesweiten Protesttags gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es am Samstagmittag zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Protestierenden gekommen. Am Platz der Republik setzten die Beamten mehrfach Tränengas ein, während die Demonstranten Feuerwerkskörper zündeten, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Fast zwei Billionen: US-Neuverschuldung steigt unter Trump auf Fünf-Jahres-Hoch

Die Neuverschuldung der USA ist trotz der von Präsident Donald Trump angekündigten Ausgabenkürzungen auf den höchsten Stand seit 2021 gestiegen. Im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, betrug das Defizit 1,99 Billionen Dollar und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Finanzministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Textgröße ändern: