Deutsche Tageszeitung - BDI kritisiert neue US-Zölle und pocht auf Einhalten von Handelsabkommen

BDI kritisiert neue US-Zölle und pocht auf Einhalten von Handelsabkommen


BDI kritisiert neue US-Zölle und pocht auf Einhalten von Handelsabkommen
BDI kritisiert neue US-Zölle und pocht auf Einhalten von Handelsabkommen / Foto: © AFP/Archiv

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die neuen von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle kritisiert und pocht auf die Einhaltung des zwischen USA und EU vereinbarten Handelsabkommens. "Die Ankündigungen sind eine erneute massive Herausforderung für die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen und gefährden sie über die Automobilindustrie hinaus", hieß es am Sonntag in einer Erklärung des BDI mit Blick auf Trump. Allerdings müsse auch die EU eingegangene Verpflichtungen erfüllen.

Textgröße ändern:

Trump hatte am Freitag angekündigt, er wolle die Zölle auf aus der Europäischen Union in die USA eingeführte Lkw und Pkw auf 25 Prozent zu erhöhen. Bislang sind es laut dem zwischen den USA und der EU im vergangenen Sommer vereinbarten Abkommens 15 Prozent. Trump warf der EU jedoch vor, dieses Abkommen nicht einzuhalten.

"Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA muss von beiden Seiten eingehalten werden", erklärte dazu nun der BDI. Dazu gehöre, dass auch "die EU ihren Teil zügig und entschlossen umsetzt". Zwar beschädige die amerikanische Seite "mit immer neuen Provokationen das gegenseitige Vertrauen", dennoch sei ein weiteres Aufschieben der Vereinbarungen keine Option. "Es gilt, Vertrauen zu sichern und weiteren Eskalationen vorzubeugen", betonte der BDI. Dafür solle die Bundesregierung "aktiv dazu beitragen, bestehende Spannungen abzubauen".

"Die von US‑Präsident Donald Trump angekündigten Zölle markieren eine erneute und unnötige Eskalation im transatlantischen Handelskonflikt – zu einem Zeitpunkt, an dem deutsche und europäische Unternehmen bereits erheblich unter der Hochzollpolitik der Vereinigten Staaten leiden", erklärte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. Der Vorgang zeige, "dass sich die Vereinigten Staaten zunehmend von der Rolle eines verlässlichen Handelspartners entfernen".

Während die EU konstruktiv an der Umsetzung des mit den USA geschlossenen Handelsabkommens arbeite "drohen die jüngsten Ankündigungen aus dem Weißen Haus, eben diesen Prozess in Gefahr zu bringen", warnte Treier weiter. Die deutsche Wirtschaft sei jedoch "auf verlässliche und stabile Rahmenbedingungen im transatlantischen Handel angewiesen", zumal die Ausfuhren in die USA bereits 2025 um fast zehn Prozent zurückgegangen seien.

"In dieser Situation muss die Europäische Union geschlossen, souverän und entschlossen auftreten", forderte Treier. Sie sollte die Umsetzung der Handelsvereinbarungen "unbeirrt fortsetzen", aber zugleich "klarstellen, dass einseitige Eskalationen nicht ohne Reaktion bleiben". Parallel sollten andere Handelspartnerschaften wie das gerade in Kraft getretene Mercosur-Abkommen zwischen der EU und südamerikanischen Staaten aktiv ausgebaut werden.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Auch unter Trump-nahem Fed-Chef Warsh: US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank lässt den Leitzins auch unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh vorerst unverändert. Er bleibt in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent, wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch nach ihrer ersten Sitzung unter Warshs Leitung mitteilte. Präsident Donald Trump hatte den 56-Jährigen in der Erwartung nominiert, dass Warsh den Leitzins deutlich senkt und damit Kredite verbilligt.

Merz erwartet rasche Einigung der Koalition auf weit reichende Rentenreform

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) glaubt bei der Rentenreform an eine zügige Einigung in der Koalition. "Es geht nicht um die Frage, wer sich jetzt hier gegen wen durchsetzt, sondern es geht um die Frage, was wir gemeinsam hinbekommen", sagte Merz am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian den Sendern RTL und ntv.

Amazon-Gründer Bezos möchte umweltbelastende Industrien ins All schicken

Amazon-Gründer Jeff Bezos träumt davon, die Erde in das vorindustrielle Zeitalter zurückzuversetzen - umweltbelastende Industrien müssten dafür ins Weltall umsiedeln. "Wenn die Raumfahrt zuverlässig und kostengünstig genug wird und wir unsere Rohstoffe von Asteroiden und erdnahen Objekten sowie dem Mond beziehen können, dann lässt sich dieser Gartenplanet wieder in seinen Zustand vor der industriellen Revolution zurückversetzen", sagte Bezos am Mittwoch auf der Messe Vivatech in Paris.

Greenpeace-Studie: US-Rechenzentren deutlich klimaschädlicher als europäische

Der Ausbau von Rechenzentren boomt und wirkt sich durch den Stromhunger der Anlagen auch auf das weltweite Klima aus - einer Studie zufolge gibt es dabei aber teils deutliche regionale Unterschiede. So verursachten Rechenzentren in den USA durch ihren fossilen Strommix etwa ein Drittel mehr klimaschädliche Treibhausgase als europäische, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Mittwoch mit.

Textgröße ändern: