Deutsche Tageszeitung - EU-Kommission stoppt Förderung für chinesische Wechselrichter

EU-Kommission stoppt Förderung für chinesische Wechselrichter


EU-Kommission stoppt Förderung für chinesische Wechselrichter
EU-Kommission stoppt Förderung für chinesische Wechselrichter / Foto: © AFP/Archiv

Die Europäische Kommission hat wegen Sicherheitsbedenken die Förderung für alle Energieprojekte gestoppt, in denen Wechselrichter aus den Ländern China, Russland, Iran und Nordkorea verbaut werden. Das Förderverbot ist nach Angaben von Kommissionsbeamten vom Montag bereits seit Anfang April in Kraft und gilt für neue Projekte sofort. Es gilt demnach eine Übergangsfrist für bereits fortgeschrittene Projekte.

Textgröße ändern:

In der EU werden de facto fast nur Wechselrichter aus China verbaut, vor allem von den beiden Firmen Huawei und Sungrow. Wechselrichter steuern, wann und wie viel Strom eine Solaranlage oder ein Batteriespeicher ins öffentliche Netz speisen. Sie sind meist mit dem Internet verbunden, was sie aus Sicht der Kommission zum Hacking-Risiko macht.

Die Kommission habe "ausreichende Beweise" von den Geheimdiensten der EU-Staaten und aus eigenen Erkenntnissen, "dass bestimmte Drittstaaten in der Lage sind, unsere kritische Infrastruktur mithilfe der Wechselrichter zu untergraben, insbesondere durch mögliche Blackouts", sagte ein EU-Beamter am Montag.

Brüssel befürchte zudem, dass die chinesische Marktmacht langfristig zur Gefahr für die Versorgungssicherheit werden könne. Die EU will stattdessen auf in der EU hergestellte Wechselrichter setzen oder nach Aussage des EU-Beamten auf Lieferanten aus Ländern wie Japan, Südkorea, den USA und der Schweiz zurückgreifen.

Das Förderverbot könnte eine große Menge Projekte betreffen. Der "Spiegel" berichtete Ende April von einer Videokonferenz der Kommission mit Industrievertretern zu dem Thema, während der darauf verwiesen worden sei, dass die Europäische Investitionsbank 2025 rund ein Fünftel aller Solarprojekte in der EU gefördert habe. In den meisten davon wurden dem Bericht zufolge chinesische Wechselrichter verwendet.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Wirtschaftsverbände haben großen Erwartungen an Koalitionsausschuss

Die deutsche Wirtschaft hat große Erwartungen an den Koalitionsausschuss der Bundesregierung vor der Sommerpause. "Die Koalition muss jetzt ein umfassendes Reformpaket für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit liefern", erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Tanja Gönner. Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), forderte konsequenten Bürokratieabbau, einen Verzicht auf Steuererhöhungen und flexiblere Arbeitszeitregeln.

Fraunhofer-Analyse: Mehr Batteriespeicher machen Milliardenentlastung möglich

Mehr Batteriespeicher als "Sparprogramm": Durch größere Flexibilität im Stromsystem lassen sich laut einer Fraunhofer-Analyse milliardenschwere Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher erreichen - ebenso wie für den Bundeshaushalt. Pro Jahr sind demnach volkswirtschaftliche Einsparungen von rund 3,9 Milliarden Euro möglich. Ein Grund dafür ist, dass durch einen schnelleren Ausbau von Batteriespeichern auch sogenannte Hellbrisen besser abgefedert werden könnten.

CDU-Politiker Kuban fordert Söder zu Verzicht auf Mütterrenten-Ausweitung auf

Vor dem Koalitionsausschuss hat der CDU-Wirtschaftsexperte Tilman Kuban den CSU-Chef Markus Söder zum Verzicht auf die Ausweitung der Mütterrente aufgefordert. "Wenn wir jetzt Haushaltslöcher stopfen und Steuerentlastungen auf den Weg bringen wollen, liegt hier eine große Chance für Markus Söder", sagt Kuban dem "Focus" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Söder könne den Ball ins Rollen bringen, indem er sage, er sei bereit, auf die Ausweitung der Mütterrente zu verzichten, um so fünf Milliarden Euro pro Jahr zu sparen.

EU führt neuen Zoll auf Päckchen ein

Die Europäische Union führt ab Mittwoch einen neuen Zoll auf Päckchen aus Ländern außerhalb der EU ein. Pro Bestellung werden mindestens drei Euro fällig. Die EU will damit eine Paketflut eindämmen, die in den vergangenen Jahren mit der Beliebtheit von Onlinehändlern wie Shein und Temu gewachsen ist und für Probleme in den Zollbehörden sorgt.

Textgröße ändern: