Deutsche Tageszeitung - Lufthansa trotz Iran-Krise optimistisch - Ruf nach Vorbereitung auf Kerosinmangel

Lufthansa trotz Iran-Krise optimistisch - Ruf nach Vorbereitung auf Kerosinmangel


Lufthansa trotz Iran-Krise optimistisch - Ruf nach Vorbereitung auf Kerosinmangel
Lufthansa trotz Iran-Krise optimistisch - Ruf nach Vorbereitung auf Kerosinmangel / Foto: © AFP

Die Lufthansa blickt trotz der Iran-Krise und einer massiven Streikwelle im April optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr: Seinen Gewinn will der Konzern deutlich steigern, Ziel sei ein bereinigtes Betriebsergebnis "signifikant" über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro. "Die globale Nachfrage nach Flugreisen bleibt hoch und zeigt sich auch in Krisenzeiten robust", erklärte das Unternehmen. Angesichts der sehr hohen Treibstoffpreise sieht sich die Lufthansa nach Angaben von Konzernchef Carsten Spohr besser aufgestellt als die meisten Wettbewerber.

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Im ersten Quartal des Jahres stieg der Umsatz der Lufthansa mit ihren Fluggesellschaften den Angaben nach um acht Prozent auf 8,75 Milliarden Euro. Den saisonüblichen Verlust zu Jahresbeginn verringert der Konzern: Der bereinigte operative Verlust sank um 15 Prozent auf 612 Millionen Euro. Netto ging der Verlust sogar um 25 Prozent auf 665 Millionen Euro zurück.

Die Auslastung sei im ersten Quartal auf knapp 82 Prozent gestiegen, erklärte der Konzern. Grund war vor allem der starke Nachfrageanstieg im März, als nach Beginn des Iran-Kriegs Flüge von Konkurrenten über Drehkreuze in der Golfregion gestrichen wurden. "Dadurch wurde auch deutlich überkompensiert", dass einige Verbindungen zu Zielen in der Golfregion von den Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe nicht mehr angeflogen werden konnten.

Nicht enthalten in den Quartalszahlen sind allerdings die Auswirkungen einer massiven Streikwelle im April, als an insgesamt sechs Tagen der Betrieb vor allem bei der Lufthansa-Kernmarke, aber auch bei der Tochter Eurowings stark eingeschränkt war. Nach Angaben von Lufthansa-Finanzvorstand Till Streichert kostete dies rund 200 Millionen Euro.

Insgesamt habe der Konzern den Arbeitskampf aber gut abgefedert. "Es ist uns sehr gut gelungen, unsere anderen Schwester- oder Tochterfluggesellschaften sowie unser Drehkreuzsystem zu nutzen, um die meisten oder einen Großteil unserer Passagiere und Gäste aufzunehmen und zu betreuen", sagte Streichert.

Zugleich führe die Schließung der Straße von Hormus zu einer Verknappung des Kerosinangebots und damit zu einem "signifikanten Anstieg der Kerosinpreise", erklärte der Konzern. Die Mehrkosten für die Lufthansa bezifferte der Konzern auf 1,7 Milliarden Euro im Gesamtjahr.

Lufthansa-Chef Spohr sieht den Konzern dennoch gut aufgestellt: "Wir sind besser gegen Schwankungen der Treibstoffpreise abgesichert, da mehr als 80 Prozent des Kerosinbedarfs unserer Passagierfluggesellschaften für das laufende Jahr bereits preislich abgesichert sind", sagte er. Auch für das kommende Jahr seien bereits 40 Prozent "gehedged".

Von drohenden Kerosinengpässen geht die Lufthansa zudem derzeit nicht aus. Der Markt reagiere, etwa werde mehr Treibstoff aus den USA und Afrika importiert. "Niemand weiß genau, wie sich die Dinge entwickeln werden", sagte Finanzvorstand Streichert. Derzeit sei die Prognose aber, "dass wir im Grunde weiterhin Kerosin zur Verfügung haben werden".

Dennoch forderte Konzern-Chef Spohr frühzeitig Maßnahmen für diesen Fall. Er nannte unter anderem die Genehmigung für den Import von Kerosin Typ A aus den USA, der bislang in Europa nicht zugelassen ist. Auch sollte die Regelung ausgesetzt werden, dass Airlines ihre Startslots an den Flughäfen verlieren, sollten sie Flüge wegen fehlenden Treibstoffs streichen müssen.

(M.Travkina--DTZ)

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