Deutsche Tageszeitung - G7-Minister prangern "willkürliche" Beschränkungen für Seltene Erden an

G7-Minister prangern "willkürliche" Beschränkungen für Seltene Erden an


G7-Minister prangern "willkürliche" Beschränkungen für Seltene Erden an
G7-Minister prangern "willkürliche" Beschränkungen für Seltene Erden an / Foto: © POOL/AFP

Die Handelsminister der G7-Staaten haben sich "tief besorgt" über "willkürliche Ausfuhrbeschränkungen" von Seltenen Erden gezeigt. Dies könne zu Störungen der Lieferketten führen und die wirtschaftliche Sicherheit beeinträchtigen, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme zum Abschluss eines zweitägigen Treffens in Paris. Die Minister der sieben Industrieländer, zu denen Frankreich, Deutschland, die USA, Kanada, Japan, Italien und Großbritannien zählen, prangerten zudem "marktverzerrende Praktiken" und "strukturelle Überkapazitäten" an.

Textgröße ändern:

Im vergangenen Jahr führte China im Handelskonflikt mit den USA Exportbeschränkungen für Selten-Erde-Produkte ein. Diese werden etwa für die Herstellung von Akkus, Halbleitern oder Magneten für Elektromotoren gebraucht. Trotz einer vorläufigen Einigung zwischen Peking und Washington sind weiterhin Exportlizenzen nötig.

"Wir werden mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um unsere kritischen Abhängigkeiten zu verringern und sicherzustellen, dass jeder Versuch oder jede Drohung, wirtschaftliche Abhängigkeiten als Waffe einzusetzen, scheitert", erklärten die Minister, ohne China jedoch namentlich zu erwähnen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) prangerte ihrerseits unfaire Handelspraktiken an. "Wenn Staaten bewusst Überproduktion subventionieren und mit unfairen Produkten Weltmärkte überschwemmen, dann schadet das unserer Industrie und unserer Wettbewerbsfähigkeit", betonte Reiche in Paris.

Sie warnte zudem vor den wirtschaftlichen Folgen der Blockade der Straße von Hormus. "Jeden Tag, an dem die Straße von Hormus geschlossen ist, kostet uns das Geld: hohe Energiepreise, gebrochene Lieferketten und steigende Kosten für unsere Produktion sind die Folge", sagte sie. Deshalb zähle jeder Tag, "um zu deeskalieren und die Passierbarkeit der Straße von Hormus wieder sicherzustellen".

Kurz zuvor hatte die französische Reederei CMA CGM den Beschuss eines ihrer Schiffe gemeldet, das unter maltesischer Flagge fährt. Die USA setzten ihren Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Meerenge nur einen Tag nach Beginn wieder aus.

Mit Blick auf die von den USA erneut angedrohten Strafzölle auf Autos zeigte sich Reiche zuversichtlich. Sie habe mit US-Wirtschaftsminister Howard Lutnick und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer darüber gesprochen. Das Thema Automobilbau und -export sei für Deutschland zentral, betonte sie. "Und ich bin guter Hoffnung, dass wir auch diese Herausforderung gut miteinander gelöst bekommen", fügte sie hinzu.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine Steigerung der Einfuhrzölle auf Autos und Lkw aus der EU von 15 auf 25 Prozent angekündigt. Dies würde deutsche Autobauer besonders hart treffen.

Auch die Folgen des Onlinehandels waren Thema des zweitägigen Ministertreffens, das am Mittwoch endete. Reiche prangerte einen "Tsunami von Paketen" an, der täglich in der EU ankomme. Zudem würden zahlreiche gefährliche oder giftige Produkte eingeführt, sagte sie und nannte Kinderspielzeug als Beispiel.

Es war das zweite G7-Handelsministertreffen unter französischem G7-Vorsitz nach einer Videokonferenz im Februar.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Venezuela unterzeichnet milliardenschwere Verträge mit Chevron, ENI und GE Vernova

Im Beisein von US-Energieminister Chris Wright haben die Ölkonzerne Chevron und ENI sowie das Energieunternehmen GE Vernova milliardenschwere Verträge mit Venezuela unterzeichnet. Die Verträge lösten Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich aus und seien "entscheidend, um den Prozess des Friedens, der Chancen und des Wohlstands" für die Venezolaner in Gang zu setzen, sagte Wright am Mittwoch in Caracas an der Seite der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez.

US-Richterin verhindert Abspaltung der Google-Werbeplattform

Die US-Regierung hatte aus Wettbewerbsgründen die Abspaltung der Google-Werbeplattform Ad Manager verlangt, eine Bundesrichterin hat dies aber nun verhindert. Die Richterin Leonie Brinkema erklärte am Mittwoch, stattdessen solle es strengere Auflagen für Google geben. Sie räumte dem Konzern und der Regierung eine Frist von 30 Tagen ein, um sich zu einigen.

Uber streicht weltweit jede zehnte Stelle und stellt Betrieb in Nigeria und Uganda ein

Der Fahrdienstleister Uber reduziert die Zahl seiner Mitarbeiter weltweit um rund zehn Prozent. Die Stellenstreichungen seien Teil einer "umfassenden organisatorischen Veränderung", erklärte Uber-Chef Dara Khosrowshahi am Mittwoch in einer Mitteilung an die Belegschaft.

USA: Goldener Trump-Dollar kommt in Umlauf

In den USA kommt ein goldener Trump-Dollar in Umlauf. Die nationale Prägeanstalt teilte am Mittwoch im Onlinedienst X mit, sie gebe die Münze nun aus. Eine Rolle mit 25 Trump-Dollars kostet laut der Website der Münzanstalt 61 Dollar (rund 53 Euro). Ein Beutel mit 100 Trump-Goldstücken schlägt mit 154,50 Dollar zu Buche, ist also pro Münze günstiger.

Textgröße ändern: