Deutsche Tageszeitung - Umweltminister Schneider distanziert sich von Reiche-Energiegesetz

Umweltminister Schneider distanziert sich von Reiche-Energiegesetz


Umweltminister Schneider distanziert sich von Reiche-Energiegesetz
Umweltminister Schneider distanziert sich von Reiche-Energiegesetz / Foto: © AFP

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat sich deutlich von einem Gesetzesentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministeriumim Bereich der erneuerbaren Energien distanziert. "Ich sage Ihnen ganz offen, da gibt es noch Dissenz innerhalb der Regierung", sagte er am Donnerstag bei einem Kongress des Energieberaterverbandes GIH in Berlin. Die SPD werde sich "noch stark verändert einbringen".

Textgröße ändern:

Schneiders Kritik richtet sich gegen das sogenannte Netzpaket von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Das Reformvorhaben soll den Ausbau der erneuerbaren Energien besser mit dem Netzausbau koordinieren. Kritiker befürchten wegen einer Neuregelung für Gebiete mit Netzengpässen, dass künftig deutlich weniger Windenergieanlagen neu gebaut werden.

Im Detail sollen die Verteilnetzbetreiber dem Gesetzesentwurf zufolge Netzgebiete künftig als "kapazitätslimitiert" ausweisen können, wenn diese in der Vergangenheit überlastet waren. Neue Anlagen hätten dann keinen Anspruch mehr, zu den bisherigen Konditionen ans Netz angeschlossen zu werden. Insbesondere würde eine Kompensationszahlung an die Anlagenbetreiber wegfallen, die sonst fällig wird, wenn wegen Überlastung des Netzes die Anlage abgeriegelt wird.

"Ich bin für Effizienz, überhaupt keine Frage, ich bin für Kostenersparnis", sagte Schneider dazu. "Aber ich bin strikt dagegen, dass wir ein Stoppschild für den Ausbau von erneuerbaren Energien an Land setzen." Der bisherige Gesetzesentwurf sei deshalb innerhalb der Bundesregierung noch nicht geeint, betonte der Umweltminister. Seine Partei werde auf Veränderungen dringen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Studie: Deutsche Industrie hat seit 2019 fast halbe Million Stellen gestrichen

Die Industrieunternehmen in Deutschland haben einer Studie zufolge seit 2019 fast eine halbe Million Arbeitsplätze abgebaut - vor allem in traditionell wichtigen Branchen wie der Automobilindustrie. Ende 2025 arbeiteten in der deutschen Industrie 7,1 Prozent oder 496.000 Menschen weniger als zu Beginn des Jahres 2019, wie die Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts am Montag mitteilte. Neue Stellen entstanden im Dienstleistungssektor.

Bericht: Klingbeils Etat-Planung verstößt gegen deutsche Stabilitätsvorgaben

Die Finanzplanung der Bundesregierung verstößt einem Zeitungsbericht zufolge formal gegen die gemeinsamen haushaltspolitischen Vorgaben von Bund und Ländern. Das geht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe) aus dem aktuellen "Bericht des Bundes an den Stabilitätsrat" hervor, den Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) an seine Amtskollegen in den Ländern verschickt hat. Hauptgrund sind die Milliardenausgaben für die Bundeswehr.

Drittes Quartal: Chinas Wirtschaft wächst um 4,5 Prozent - Binnenkonsum schwach

Die chinesische Wirtschaft ist im dritten Quartal dieses Jahres etwas stärker gewachsen als von Experten erwartet, die Binnennachfrage blieb jedoch schwach. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent zu, wie das nationale Statistikamt am Montag erklärte. Wirtschaftsexperten hatten laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur AFP ein Wachstum von 4,4 Prozent prognostiziert.

Rubio bestreitet Unterbrechung von US-Geheimdienstinformationen an Ukraine

US-Außenminister Marco Rubio hat Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über eine zwischenzeitliche Unterbrechung der Lieferung von US-Geheimdienstinformationen an die Ukraine zurückgewiesen. Es habe keine "Pause" bei der Weitergabe dieser Informationen gegeben, sagte Rubio am Montag bei einem Besuch in Usbekistan. Zugleich forderte er Selenskyj auf, sich auf ein Ende des Kriegs mit Russland zu konzentrieren.

Textgröße ändern: