Deutsche Tageszeitung - Frauenanteil in Dax-Aufsichtsräten bleibt unter 40 Prozent - und sie gehen früher

Frauenanteil in Dax-Aufsichtsräten bleibt unter 40 Prozent - und sie gehen früher


Frauenanteil in Dax-Aufsichtsräten bleibt unter 40 Prozent - und sie gehen früher
Frauenanteil in Dax-Aufsichtsräten bleibt unter 40 Prozent - und sie gehen früher / Foto: © AFP

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne bleibt unter der 40-Prozent-Marke - und zugleich scheiden Frauen deutlich früher wieder aus dem Amt als Männer. Das ergab die am Freitag vorgestellte jährliche Analyse der Kontrollgremien der 40 größten börsennotierten deutschen Unternehmen durch die Personalberatung Russell Reynolds Associates. Demnach lag der Anteil weiblicher Aufsichtsräte zuletzt bei 38,3 Prozent.

Textgröße ändern:

Im Jahr 2024 hatte der Anteil bei 40,3 Prozent gelegen und war in dem Jahr zum ersten Mal über die Marke von 40 Prozent gekommen. Doch seitdem herrsche "Stillstand", beklagte Jens-Thomas Pietralla von der Personalberatung. "Das zweite Jahr in Folge gab es keinen Fortschritt auf dem vor kurzem noch sicher geglaubten Weg hin zur Parität."

Damit entwickle sich die Lage auch gegen den europäischen Trend. Bei den Aufsichtsgremien der Unternehmen der wichtigsten europäischen Aktienindizes liegen demnach Frankreich, Norwegen, Großbritannien, Italien, Dänemark und die Niederlande mit jeweils über 40 Prozent vor Deutschland. In Deutschland gilt seit Anfang 2016 eine Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen.

Ein weiterer Trend ist der Erhebung zufolge die zunehmende Schere der Verweildauer in den Aufsichtsräten bei Männern und Frauen: Während Frauen mit Stand dieses Jahres im Schnitt 5,4 Jahre im Aufsichtsrat blieben, war es bei den Männern mit 9,5 Jahren fast die doppelte Zeit.

Zwar stieg zuletzt die Zahl der weiblichen Aufsichtsratsvorsitzenden: So werden derzeit mit Henkel, der Deutschen Börse, Vonovia, der DHL Group und Continental fünf Aufsichtsgremien von Frauen geführt. Im Oktober dürfte Airbus hinzukommen. Doch abgesehen davon gebe es "keinen Zuwachs bei Schlüsselpositionen", etwa bei Vize-Vorsitzenden.

Einen Nachteil hätten Frauen unter anderem deshalb, weil in den aktuellen "Zeiten großer Unsicherheit" besonders oft Aufsichtsräte mit Erfahrungen an der Unternehmensspitze gesucht würden, erklärte die Personalberatung. "Da in der Vergangenheit kaum Frauen an der Spitze von DAX-Unternehmen standen, ist der Pool an weiblichen Kandidaten mit dieser Erfahrung zwangsläufig viel kleiner, was Frauen benachteiligt."

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Bericht: Klingbeils Etat-Planung verstößt gegen deutsche Stabilitätsvorgaben

Die Finanzplanung der Bundesregierung verstößt einem Zeitungsbericht zufolge formal gegen die gemeinsamen haushaltspolitischen Vorgaben von Bund und Ländern. Das geht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe) aus dem aktuellen "Bericht des Bundes an den Stabilitätsrat" hervor, den Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) an seine Amtskollegen in den Ländern verschickt hat. Hauptgrund sind die Milliardenausgaben für die Bundeswehr.

Drittes Quartal: Chinas Wirtschaft wächst um 4,5 Prozent - Binnenkonsum schwach

Die chinesische Wirtschaft ist im dritten Quartal dieses Jahres etwas stärker gewachsen als von Experten erwartet, die Binnennachfrage blieb jedoch schwach. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent zu, wie das nationale Statistikamt am Montag erklärte. Wirtschaftsexperten hatten laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur AFP ein Wachstum von 4,4 Prozent prognostiziert.

Rubio bestreitet Unterbrechung von US-Geheimdienstinformationen an Ukraine

US-Außenminister Marco Rubio hat Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über eine zwischenzeitliche Unterbrechung der Lieferung von US-Geheimdienstinformationen an die Ukraine zurückgewiesen. Es habe keine "Pause" bei der Weitergabe dieser Informationen gegeben, sagte Rubio am Montag bei einem Besuch in Usbekistan. Zugleich forderte er Selenskyj auf, sich auf ein Ende des Kriegs mit Russland zu konzentrieren.

Bericht: VW plant Einfrieren der Gehälter

Der kriselnde Autobauer Volkswagen will laut einem Medienbericht zur Kostensenkung weltweit die Gehälter vieler seiner Beschäftigten bis 2030 einfrieren. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe) schreibt, geht dies aus internen Unterlagen hervor, die dem Blatt vorliegen.

Textgröße ändern: