Deutsche Tageszeitung - Kraftstoffpreise treiben Inflation - Preisanstieg im April dennoch eher moderat

Kraftstoffpreise treiben Inflation - Preisanstieg im April dennoch eher moderat


Kraftstoffpreise treiben Inflation - Preisanstieg im April dennoch eher moderat
Kraftstoffpreise treiben Inflation - Preisanstieg im April dennoch eher moderat / Foto: © AFP

Die hohen Kraftstoffpreise wegen des Iran-Krieges haben im April für einen erneuten Anstieg der Inflation gesorgt. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bestätigte am Dienstag seine erste Schätzung, wonach die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent anstiegen. Nahrungsmittel und Dienstleistungen verteuerten sich unterdurchschnittlich, deshalb blieb der Preisschub moderat.

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Energie verteuerte sich um satte 10,1 Prozent, was maßgeblich auf die Entwicklung am Rohölmarkt zurückzuführen sei. Die Kraftstoffpreise lagen in der Folge 26,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Statistiker betonten jedoch, "dass die Preissteigerungen für Energieprodukte unmittelbar nach Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich stärker ausgefallen waren".

Das zeigt auch ein Blick auf die Preisentwicklung bei Haushaltsenergie. Zwar verteuerte sich leichtes Heizöl um 55,1 Prozent, es macht jedoch nur einen geringen Anteil der Ausgaben privater Haushalte aus. Strom, Erdgas und Fernwärme verbilligten sich hingegen, weshalb Haushaltsenergie insgesamt im April sogar etwas günstiger war als im Vorjahresmonat.

"Die Inflation hat im April zwar den hohen Wert von 2,9 Prozent erreicht, der Preisschub ist aber bisher nicht breit angelegt", erklärte Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. "Der kräftigere Anstieg der Kraftstoffpreise hätte für sich genommen eine noch höhere Inflation bewirkt, wäre die Teuerung bei den Dienstleistungen nicht zurückgegangen. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise blieb zudem moderat."

Die Preise für Lebensmittel stiegen mit 1,2 Prozent unterdurchschnittlich stark. Anstiege gab es vor allem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (6,6 Prozent), Fisch und Fischprodukten (3,7 Prozent), Fleisch und Obst (beide 3,6 Prozent). Auch Eier verteuerten sich stark um 14,6 Prozent.

Insbesondere Speisefette waren im April dagegen deutlich günstiger als im Vorjahresmonat. Bei Butter sackte der Preis um 25,4 Prozent ab, bei Olivenöl um 8,9 Prozent. Auch Kartoffeln und Molkereiprodukte waren spürbar günstiger.

Die Inflationsrate bei Dienstleistungen lag mit 2,8 Prozent erstmals seit Jahren wieder unter dem Durchschnitt. Preistreiber hier waren soziale Einrichtungen, Nahverkehrstickets - vor allem wegen des im Vergleich zum Vorjahresmonat teureren Deutschlandtickets - und Autoreparaturen.

(L.Svenson--DTZ)

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