Deutsche Tageszeitung - Thailand kürzt visumsfreien Aufenthalt für Touristen von 60 auf 30 Tage

Thailand kürzt visumsfreien Aufenthalt für Touristen von 60 auf 30 Tage


Thailand kürzt visumsfreien Aufenthalt für Touristen von 60 auf 30 Tage
Thailand kürzt visumsfreien Aufenthalt für Touristen von 60 auf 30 Tage / Foto: © AFP/Archiv

Touristinnen und Touristen aus mehr als 90 Ländern - darunter aus Europa - dürfen künftig nur noch einen Monat statt 60 Tage ohne Visum in Thailand bleiben. Die Regierung in Bangkok begründete dies am Dienstag mit ihrem Kampf gegen die Kriminalität. Die aktuellen Bestimmungen hätten Vorteile, vor allem für die Wirtschaft des Landes - "aber bestimmte Menschen haben sie ausgenutzt", sagte eine Regierungssprecherin.

Textgröße ändern:

Der visumsfreie Aufenthalt war erst im Sommer 2024 auf 60 Tage ausgeweitet worden, um nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder mehr Touristen nach Thailand zu locken. Das galt für Touristen aus mehr als 90 Ländern, darunter für den Schengen-Raum, die USA, Israel oder Russland. Der Tourismussektor steht für zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes.

In den vergangenen Monaten wurde in den thailändischen Medien aber breit über Touristen berichtet, die sich unter Drogeneinfluss daneben benahmen. Es gab außerdem sexuelle Eskapaden in der Öffentlichkeit; zudem betrieben Ausländer Unternehmen wie Hotels oder Privatschulen ohne entsprechende Genehmigungen.

Außenminister Sihasak Phuangketkeow hatte die Einschränkung bereits in der vergangenen Woche angekündigt. Sie sei Teil der Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität, sagte er. Thailand habe kein Land im Besonderen im Visier, sondern eher Einzelne, die die Visabestimmungen ausnutzten und während ihres Aufenthalts gegen das Gesetz verstießen. Die Regierungssprecherin sagte am Dienstag, für einzelne Länder könne die visumsfreie Aufenthaltsdauer auch auf 15 Tage begrenzt werden - dies werde von Fall zu Fall und in Absprache mit den jeweiligen Botschaften entschieden.

In diesem Jahr sind bereits rund 33,5 Millionen Touristen nach Thailand eingereist. Das sind mehr als drei Millionen weniger als erwartet. Grund ist vor allem der Iran-Krieg. Das Niveau der Vor-Corona-Zeit hat Thailand bislang nicht wieder erreicht.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Hilfe für die Industrie: Europaparlament beschließt höhere EU-Stahlzölle

Als Hilfe für die europäische Industrie im Wettbewerb mit den USA und China erhebt die EU künftig mehr Stahlzölle. Das Europaparlament beschloss am Dienstag in Straßburg, dass pro Jahr künftig eine deutlich geringere Menge Stahl zollfrei in die EU eingeführt werden darf. Darüber hinaus wird ein höherer Zollsatz von 50 Prozent anstelle von bisher 25 Prozent fällig.

Neue Förderung soll E-Autos für breite Bevölkerung erschwinglicher machen

Mit einem milliardenschweren Förderprogramm will die Bundesregierung mehr Menschen den Kauf von Elektroautos ermöglichen und damit zugleich den Neuwagenabsatz der kriselnden Branche ankurbeln. Die neue Prämie solle es auch Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen ermöglichen, sich "umweltfreundlich, nachhaltig und kostengünstig zu bewegen", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zum Start der Förderung am Dienstag. Dies sei nicht zuletzt angesichts der geopolitischen Lage "wichtiger denn je".

Förderrunde für Ideen für wirtschaftliche Nutzung von Mooren gestartet

In Deutschland sollen im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz wieder mehr Moore vernässt werden - und perspektivisch auch land- und forstwirtschaftlich genutzt werden. Die Landwirtschaftliche Rentenbank startete am Dienstag eine Förderrunde für entsprechende Projekte. Moore können für sogenannte Paludikulturen genutzt werden, etwa für den Anbau von Schilf als Baustoff für Dächer oder die Haltung von Wasserbüffeln.

Bund startet Verkauf seiner Anteile am Energiekonzern Uniper

Gut dreieinhalb Jahre nach der staatlichen Milliarden-Rettung des Energiekonzerns Uniper hat der Bund den Verkauf eines Großteils seiner Unternehmensanteile eingeleitet. Die Bundesregierung schaltete am Dienstag eine entsprechende Verkaufsanzeige in der Printausgabe der "Financial Times", wie ein Sprecher des Bundesfinanziministeriums erklärte. Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro.

Textgröße ändern: