Deutsche Tageszeitung - Deutscher "Maskenmann" bekennt in Prozess in Frankreich sexuelle Neigung zu Kindern

Deutscher "Maskenmann" bekennt in Prozess in Frankreich sexuelle Neigung zu Kindern


Deutscher "Maskenmann" bekennt in Prozess in Frankreich sexuelle Neigung zu Kindern
Deutscher "Maskenmann" bekennt in Prozess in Frankreich sexuelle Neigung zu Kindern / Foto: © AFP/Archiv

Der wegen eines Kindesmordes in Frankreich angeklagte Deutsche Martin N. hat vor Gericht ausgesagt, dass er sich schon als Jugendlicher von jüngeren Kindern angezogen gefühlt habe. Er erinnere sich auch gut an die Taten, für die er in Deutschland 2012 zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden war, sagte Martin N. am Mittwoch in Nantes. Er hatte damals gestanden, drei Jungen im Alter zwischen acht und 13 Jahren getötet zu haben. Den Mord des zehn Jahre alten Jonathans 2004 in Frankreich, der ihm zur Last gelegt wird, bestreitet er jedoch.

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Der 55-Jährige beschrieb sich vor Gericht als verschlossenen Einzelgänger, der niemals eine Beziehung eingegangen sei. Martin N. erklärte, dass er 1996 Pflegevater eines zwölf Jahre alten Jungen geworden sei. Er habe sich von ihm angezogen gefühlt und mit ihm regelmäßig im selben Bett geschlafen. Dabei sei es jedoch nicht zu sexuellen Übergriffen gekommen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Martin N. bereits zwei Kinder getötet, 1992 und 1995. Im Jahr 2000 nahm er eine Stelle in einem Kinderheim in Hamburg an. Eines der damaligen Kinder sagte später aus, immer wieder Opfer sexueller Gewalt geworden zu sein. Vor Gericht erklärte Martin N., dass er es damals für eine Liebesbeziehung gehalten habe, heute aber kritischer sehe.

Martin N. wurde in Deutschland als "Maskenmann" bekannt, da er bei seinen Taten meist schwarze Kleidung und eine Sturmhaube trug.

In dem Verfahren in Nantes geht es um den Fall des zehnjährigen Jonathan Coulom, dessen Leiche vor 22 Jahren in einem See nahe der französischen Atlantikküste gefunden worden war. Martin N. steht im Verdacht, den Jungen aus einem Schullandheim im westfranzösischen Saint-Brévin-les-Pins entführt und getötet zu haben. Jonathans Leiche war unbekleidet und mit einem Betonblock beschwert gewesen, als sie in dem See gefunden wurde.

Die deutschen Behörden machten die französische Polizei auf Parallelen zu dem Fall von Martin N. aufmerksam. Es gibt mehrere Zeugenaussagen, die ihn als möglichen Täter erscheinen lassen. Der Prozess soll bis zum 5. Juni dauern.

(Y.Leyard--DTZ)

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