Deutsche Tageszeitung - Ferrari-Aktie rutscht nach Präsentation des ersten Elektromodells deutlich ab

Ferrari-Aktie rutscht nach Präsentation des ersten Elektromodells deutlich ab


Ferrari-Aktie rutscht nach Präsentation des ersten Elektromodells deutlich ab

Nach der Vorstellung seines ersten vollelektrischen Modells hat Ferrari an der Börse deutliche Verluste erlitten. Die Aktie des italienischen Luxusautobauers war am Dienstag zeitweise der schwächste Wert an der Mailänder Börse und verlor am Mittag gut sechs Prozent.

Textgröße ändern:

Ferrari hatte am Montag und Dienstag in Rom sein erstes Elektromodell "Luce" vorgestellt. Der Name bedeutet auf Italienisch "Licht". Der Grundpreis wurde mit 550.000 Euro angegeben, Analysten rechnen nach Individualisierung mit mehr als 700.000 Euro.

Anleger zeigten sich skeptisch, ob Ferrari mit dem späten Einstieg in das vollelektrische Segment größere Stückzahlen erzielen kann. "Wir bleiben bei der Einschätzung, dass ein Elektromodell mit hohem Preis (...) keine bedeutenden Volumina erzeugen wird", erklärten die Analysten von Equita. Entscheidend sei aber, dass Ferrari bei seinem ersten Modell mit neuer Antriebsart das Image von Qualität und Leistung bewahre.

Etwas positiver äußerte sich die Bank Akros. Zwar könne der Umstieg auf Elektroantriebe die Margen belasten, der extrem hohe Preis gleiche dies aber "mehr als aus". Zudem könne der Luce neue Kundengruppen zu Ferrari bringen. Ferrari-Chef Benedetto Vigna erwartet laut Akros etwa die Hälfte der Bestellungen von Neukunden.

Der Luce ist ein Fünfsitzer und nach dem Purosangue erst das zweite viertürige Modell in der Geschichte der Marke. Nach Ferrari-Angaben beschleunigt das Auto in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht mehr als 310 Stundenkilometer. Die Reichweite liegt bei mehr als 530 Kilometern. Mit einer 122-Kilowattstunden-Batterie wiegt der Wagen 2,26 Tonnen und ist damit der schwerste Ferrari der Unternehmensgeschichte.

Ferrari-Verwaltungsratschef John Elkann erklärte, das neue Modell trage die Werte, die Ferrari weltweit erkennbar machten, in die Zukunft. Er präsentierte den Wagen am Dienstag auch Papst Leo XIV. in dessen Sommerresidenz Castel Gandolfo, das Oberhaupt der Katholiken setzte sich dabei auf den Fahrersitz. Gebaut wird der Luce in einem neuen Werk in Maranello. Die ersten Fahrzeuge sollen im letzten Quartal 2026 ausgeliefert werden.

Ferrari ist spät dran mit einem E-Modell - andere Luxusautohersteller treten bei Elektrofahrzeugen bereits wieder auf die Bremse, weil die Nachfrage geringer ist als erwartet. Ferrari verkauft bereits fast die Hälfte seiner Autos als Hybridmodelle. Das Unternehmen hatte zunächst erklärt, im Jahr 2030 sollten 40 Prozent seiner Modelle elektrisch sein - dieses Ziel wurde im vergangenen Jahr auf 20 Prozent gesenkt.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Vierjähriger Junge ertrinkt in Ludwigshafener Freibad

Im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen ist ein Kind im Freibad gestorben. Ein Badegast entdeckte den leblosen Vierjährigen am späten Sonntagnachmittag im Nichtschwimmerbecken unter Wasser, wie die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Polizei am Dienstag gemeinsam mitteilten. Das Kind wurde aus dem Wasser gezogen und sofort reanimiert. Wenig später starb der Vierjährige im Krankenhaus.

"Ernsthafte Bedenken" wegen Verhaltens: BP feuert Verwaltungsratschef

Der britische Ölkonzern BP hat seinen Verwaltungsratschef Albert Manifold überraschend gefeuert. BP habe "ernsthafte Bedenken" hinsichtlich der Führungsstandards, der Aufsicht und des Verhaltens innerhalb des Unternehmens, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Verwaltungsrat sei "überrascht und enttäuscht, als er von Versäumnissen bei der Unternehmensführung und Verhaltensproblemen erfuhr, die er für inakzeptabel hält, und hat entschlossen gehandelt", betonte Amanda Blanc, unabhängiges Mitglied des Gremiums.

Krieg und Strukturprobleme: Wirtschaft ächzt laut DIHK unter "Doppelkrise"

Die strukturellen Probleme und die Folgen des Kriegs im Nahen Osten treffen die deutsche Wirtschaft mit voller Wucht: "Wir stecken in einer Doppelkrise", erklärte die Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Helena Melnikov, am Dienstag. Der DIHK-Konjunkturumfrage zufolge bewerten die Firmen ihre Lage derzeit so schlecht wie zuletzt in Corona-Zeiten. Dem Ifo-Institut zufolge sanken zuletzt auch die Exporterwartungen der Unternehmen.

Bitkom: 42 Prozent würden lieber in einer Welt ohne Künstliche Intelligenz leben

Ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland wünscht sich eine Zeit ohne Künstliche Intelligenz (KI) zurück: In einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom gaben 42 Prozent der Befragten an, sie würden lieber ohne KI leben. Selbst von denjenigen, die KI nutzen, sagten das 32 Prozent, wie Bitkom am Dienstag mitteilte. Von denen, die KI gar nicht nutzen, möchten 58 Prozent in eine Welt ohne KI zurück.

Textgröße ändern: