Deutsche Tageszeitung - UN-Generalsekretär fordert Aufklärung des Todes eines Indigenenführers in Nicaragua

UN-Generalsekretär fordert Aufklärung des Todes eines Indigenenführers in Nicaragua


UN-Generalsekretär fordert Aufklärung des Todes eines Indigenenführers in Nicaragua
UN-Generalsekretär fordert Aufklärung des Todes eines Indigenenführers in Nicaragua / Foto: © Nicaragua's Government/AFP

Nach dem Tod eines inhaftierten Indigenenführers in Nicaragua hat UN-Generalsekretär António Guterres die lückenlose Aufklärung der Todesumstände gefordert. Eine "umgehende, unparteiische und transparente Untersuchung" der Ursache für den Tod des 73-jährigen Brooklyn Rivera sei geboten, erklärte Guterres am Dienstag.

Textgröße ändern:

Die Regierung in Managua hatte am Sonntag bekannt gegeben, dass der Anführer des Miskito-Volkes und ehemalige Abgeordnete wegen gesundheitlicher Komplikationen im Gefängnis gestorben sei. Rivera war im September 2023 wegen nicht genannter Vorwürfe festgenommen worden. Kurz vor seiner Festnahme hatte Rivera auf einer internationalen Konferenz auf die prekäre Lage der indigenen Bevölkerung Nicaraguas aufmerksam gemacht.

Bis zu seinem Tod saß er in Haft. Guterres sprach dessen Familie und dem Miskito-Volk sein Beileid aus. Das UN-Menschenrechtsbüro schloss sich der Forderung nach einer schnellen Aufklärung der Todesumstände an und verwies auf Berichte über Folter und Misshandlungen in nicaraguanischen Gefängnissen.

"Seit August 2025 hat unser Büro drei weitere Fälle von Todesfällen in Haft registriert, die offenbar ebenfalls mit schlechten Haftbedingungen und unzureichender medizinischer Versorgung zusammenhängen", erklärte die Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros, Marta Hurtado.

Der 80-jährige frühere Guerillero Daniel Ortega kam 2007 in Nicaragua an die Macht und regiert das zentralamerikanische Land zunehmend autoritär. Washington wirft ihm vor, die Opposition zu unterdrücken und die Regierungsführung ganz auf sich zugeschnitten zu haben.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Schwaches Börsendebüt von Online-Händler Shein in Hongkong

Der Online-Versandhändler Shein hat am Dienstag bei seinem Gang an die Börse in Hongkong einen schwachen Start hingelegt. Bei dem mit Spannung erwarteten Schritt verzeichnete das Unternehmen einen Kursrückgang von acht Prozent, nachdem es damit umgerechnet bis zu 1,5 Milliarden Euro eingenommen hatte. Kurz nach Handelsbeginn notierte der Modekonzern bei umgerechnet 4,91 Euro pro Aktie, der Ausgabepreis lag bei umgerechnet 5,34 Euro.

Deutsche-Post-Konzern wird in DHL umbenannt

Die Deutsche Post legt am Dienstag ihren Konzernnamen ab und heißt ab dann offiziell DHL. Dies war bei der Hauptversammlung in Bonn im Mai zusammen mit einer neuen Konzernstruktur beschlossen worden. Den ursprünglichen Markennamen "Deutsche Post DHL" hatte der Konzern bereits 2023 in "DHL" umgewandelt, damals blieb aber die Konzernbezeichnung "Deutsche Post AG" im Handelsregister bestehen.

Apple-Chef Tim Cook übergibt an seinen Nachfolger John Ternus

Bei dem iPhone-Hersteller Apple steht am Dienstag ein Führungswechsel an: Vorstandschef Tim Cook (65) übergibt seinen Posten an Nachfolger John Ternus. Der 51-jährige Ternus soll den Konzern ins Zeitalter Künstlicher Intelligenz (KI) führen. Cook übernimmt den Vorsitz des Verwaltungsrats. Er bleibt damit nach rund 15 Jahren an der Spitze von Apple als eine Art "Mentor" erhalten.

G20-Treffen in den USA: Klingbeil irritiert über Teilnahme Russlands

Erstmals seit gut vier Jahren haben die USA Russland die Teilnahme an einem G20-Finanzministertreffen ermöglicht und damit Protest bei Deutschland und anderen europäischen Partnern hervorgerufen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) äußerte sich am Montag am Rande der Beratungen in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina irritiert über das US-Vorgehen. Er habe zusammen mit anderen Europäern ein Foto mit dem russischen Finanzminister Anton Siluanow boykottiert, sagte Klingbeil.

Textgröße ändern: