Deutsche Tageszeitung - OECD: Subventionen "unterminieren" fairen Wettbewerb im Stahlsektor

OECD: Subventionen "unterminieren" fairen Wettbewerb im Stahlsektor


OECD: Subventionen "unterminieren" fairen Wettbewerb im Stahlsektor
OECD: Subventionen "unterminieren" fairen Wettbewerb im Stahlsektor / Foto: © CN-STR/AFP/Archiv

Der Stahlsektor bleibt in der Krise: Weltweit steigen die Überkapazitäten, weil die Nachfrage wegen des Iran-Kriegs sinkt und vor allem China den Markt mit stark subventioniertem Stahl flutet. Diese Subventionen "unterminieren" zunehmend den fairen Wettbewerb, wie die Organisation für Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in ihrem jährlichen Stahlausblick kritisierte. Die steigenden Energiekosten sorgten für weitere Belastungen.

Textgröße ändern:

Im vergangenen Jahr seien 640 Millionen Tonnen Stahl zuviel produziert worden - bis 2028 werde diese Überkapazität auf 745 Millionen Tonnen steigen, heißt es im OECD-Bericht. Benötigt wurden im vergangenen Jahr demnach weltweit rund 1800 Millionen Tonnen - die Überkapazität lag also schon bei über einem Drittel. Die Nachfrage nach Stahl werde aber bis 2030 mit etwa 0,9 Prozent pro Jahr "verhalten bleiben".

Rund die Hälfte (54 Prozent) der Überkapazitäten werden laut OECD in China produziert. Die Volksrepublik habe ihre Subventionen für den Stahlsektor seit 2019 fast verdoppelt - sie liegen laut OECD für ein Unternehmen bezogen auf die Bilanzsumme bis zu 15 Mal so hoch wie für einen Hersteller in anderen Ländern. 2023 sei es noch das Zehnfache gewesen. Weil die Nachfrage in China nachgelassen habe, exportierten die chinesischen Unternehmen umso mehr.

2025 exportierten chinesische Stahlhersteller demnach die Rekordmenge von 131 Millionen Tonnen Stahl. Das entspreche einem Anstieg um 153 Prozent gegenüber 2020 und sei mehr als die gesamte Stahlproduktion der Europäischen Union im Jahr 2025.

OECD-Generalsekretär Mathias Cormann erklärte: "Stahlüberkapazitäten werfen für alle Probleme auf. Sie verzerren globale Märkte, belasten die wirtschaftliche Sicherheit und Widerstandsfähigkeit und schaffen Negativanreize für Innovation und Nachhaltigkeit." Er forderte, die Ursachen anzugehen, einschließlich schädlicher Subventionen und anderer nicht marktbestimmter Praktiken.

Im OECD-Bericht werden Handelsstrukturen aufgezeigt, die auf eine zunehmende Umgehung handelspolitischer Maßnahmen wie Antidumping- und Ausgleichszölle hindeuten: So sei der Export bestimmter Stahlprodukte von China in südostasiatische Länder stark angestiegen; gleichzeitig legten die Ausfuhren der gleichen Produkte von Südostasien in die Märkte der OECD-Länder zu.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Zerstörter Zaun am Flughafen Leipzig: Vorfall bleibt nach Polizeieinsatz Rätsel

Wegen eines zerstörten Zauns war die Polizei am Sonntag stundenlang am Flughafen Leipzig im Einsatz. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit" habe ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen, teilten die Beamten in der sächsischen Stadt am Sonntag mit. Verdächtiges wurde trotz des Einsatzes eines Polizeihubschraubers und Drohnen bis zum späten Nachmittag nicht gefunden. Im August war der Flughafen in die Schlagzeilen geraten, als dort eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt wurde.

Chinas Dieselausfuhren steigen auf Dreijahreshoch

China hat im September 1,85 Millionen Tonnen Diesel exportiert. Die Ausfuhren lagen 262,3 Prozent über dem Vorjahresmonat, nachdem Peking zuvor gelockerte Exportbeschränkungen wirksam werden ließ.

Airbus verlangt Schlüsselrolle bei Europas nächstem Kampfflugzeug

Nach dem Scheitern von FCAS sucht Deutschland Partner für ein Kampfflugzeug der sechsten Generation. Airbus-Verteidigungschef Michael Schöllhorn fordert einen substanziellen deutschen Industrieanteil und nennt Großbritannien, Italien und Schweden als Optionen.

Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist - wie bereits in der spanischen Hauptstadt Madrid - ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden. Nach einer Demonstration versammelten sich am Samstagabend hunderte Protestierer auf dem Rossio-Platz in Herzen von Lissabon und bauten dutzende Zelte auf, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Textgröße ändern: