Deutsche Tageszeitung - "Kein Sicherheitsrisiko": EU-Kommission kritisiert US-Sperre für KI-Modelle

"Kein Sicherheitsrisiko": EU-Kommission kritisiert US-Sperre für KI-Modelle


"Kein Sicherheitsrisiko": EU-Kommission kritisiert US-Sperre für KI-Modelle
"Kein Sicherheitsrisiko": EU-Kommission kritisiert US-Sperre für KI-Modelle / Foto: © AFP

Nach der Sperre der KI-Modelle Mythos und Fable wohl auf Anweisung der US-Regierung hat die EU-Kommission Washington zur Zusammenarbeit aufgerufen. "Europa ist eine wirtschaftliche Chance, kein Sicherheitsrisiko", erklärte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen am Montag im Onlinedienst X. "Wir sind und bleiben ein verlässlicher Partner."

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Das US-Unternehmen Anthropic hatte seine Modelle Mythos und Fable am Samstag gesperrt und seine Entscheidung mit einer Anweisung der US-Behörden begründet, die ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf die beiden Modelle untersage. Da Anthropic seine Nutzer nicht nach ihrer Nationalität unterscheiden könne, habe das Unternehmen beide Dienste deaktiviert.

Das Modell Mythos kann Lücken in Cybersicherheitssystemen finden und ausnutzen, laut Experten mit bisher unerreichter Geschwindigkeit. Anthropic hat die testweise Nutzung auf wenige Partner beschränkt, darunter die US-Regierung und ausgewählte Unternehmen. Fable ist die allgemein zugängliche - und in ihren Funktionen eingeschränkte - Version des Modells.

Anthropic zufolge legte die US-Regierung keine konkreten Begründung für ihre Anweisung vor. Dahinter könne die Sorge stehen, Hacker könnten die Sicherheitsvorkehrungen um Fable mit einem sogenannten Jailbreak knacken und doch uneingeschränkten Zugang zu den Mythos-Funktionen erlangen.

"Jailbreaks als Rechtfertigung für eine weltweite Abschaffung zu nutzen, ist problematisch", urteilte der KI-Experte am Freiburger Centrum für Europäische Politik, Anselm Küsters. Eine solche Hackergefahr gebe es grundsätzlich bei allen KI-Modellen. Die Entscheidung der US-Regierung sei ein politisches Instrument und "einer der folgenreichsten KI-politischen Eingriffe bisher".

Der deutsche Digitalverband Bitkom mahnte an, EU-Anbieter für Digitaldienste und Künstliche Intelligenz zu fördern. "Deutschland und Europa sind beim Zugang zu den stärksten KI-Modellen vom Wohlwollen der US-Regierung abhängig", kritisierte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Er warnte vor Auswirkungen für Industrie, Verwaltung, Sicherheit und Wissenschaft.

Die großen KI-Modelle kommen derzeit aus den USA, wo Milliardeninvestitionen in die Branche fließen. Die EU will zwar unabhängiger werden, bislang fehlen nach Einschätzung der EU-Kommission aber unter anderem die Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.

(L.Svenson--DTZ)

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