Deutsche Tageszeitung - Brüssel erwägt strengere Regeln für Cloud-Dienste von Amazon und Microsoft

Brüssel erwägt strengere Regeln für Cloud-Dienste von Amazon und Microsoft


Brüssel erwägt strengere Regeln für Cloud-Dienste von Amazon und Microsoft
Brüssel erwägt strengere Regeln für Cloud-Dienste von Amazon und Microsoft / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die EU erwägt strengere Wettbewerbsregeln für die Cloud-Dienste der US-Unternehmen Amazon und Microsoft. Die EU-Kommission komme nach einer ersten Prüfung zu der vorläufigen Einschätzung, dass "die in der EU größten, beziehungsweise zweitgrößten Cloud-Computing-Dienste" als sogenannte Gatekeeper benannt werden sollten, erklärte die Brüsseler Behörde am Donnerstag. Demnach erfüllen die Dienste der beiden Tech-Riesen die Voraussetzungen, um unter das Gesetz für Digitale Märkte der EU zu fallen.

Textgröße ändern:

Mit dem Gesetz für Digitale Märkte (DMA) will die EU die Marktmacht großer Digitalkonzerne einschränken und für einen faireren Wettbewerb sorgen. Beide US-Konzerne fallen wegen ihrer Vormachtstellung in anderen Bereichen bereits unter das Gesetz.

Der Amazon-Clouddienst AWS ist Weltmarktführer, Microsoft liegt mit Azure nur knapp dahinter. Insgesamt beherrschen US-Anbieter zwei Drittel des Cloud-Markts in der EU. Ein Unternehmen kann laut DMA als Gatekeeper eingestuft werden, wenn es "wirtschaftlich stark ist, erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Markt hat und in mehreren EU-Ländern tätig ist".

Die EU hatte die Überprüfung von AWS und Azure im November gestartet. Sollten die beiden Anbieter tatsächlich unter das DMA fallen, könnte dies die US-Regierung von US-Präsident Donald Trump verärgern. Washington hat die EU-Regeln wiederholt kritisiert und bezeichnet sie als unfaires Handelshemmnis.

Die endgültige Entscheidung über AWS und Azure soll noch in diesem Jahr fallen. Microsoft erklärte, das Unternehmen setze den "konstruktiven" Austausch mit der EU-Kommission fort. Auch AWS will nach eigenen Angaben "den Dialog mit der Kommission fortsetzen". Gleichzeitig kritisierte eine Sprecherin des Amazon-Dienstes, die Einschätzung Brüssels drohe "Investitionen und Innovationen in Europa zu bremsen".

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Trump benennt Ontariosee in "Amerikasee" um - und will Atlantik umtaufen

US-Präsident Donald Trump hat seine Provokationen gegen Kanada verschärft: Er unterzeichnete am Donnerstag in Washington ein Dekret zur Umbenennung des Ontariosees in "Amerikasee". Die Änderung sei "sofort wirksam", sagte Trump. Hintergrund ist der erbitterte Handelsstreit zwischen den USA und Kanada. Trump drohte zugleich mit weiteren Namensänderungen - etwa für den Atlantik.

Streit mit Kanada: Trump benennt Ontariosee in "Amerikasee" um

US-Präsident Donald Trump hat seine Provokationen gegen Kanada verschärft: Er unterzeichnete am Donnerstag in Washington ein Dekret zur Umbenennung des Ontariosees in "Amerikasee". Die Änderung sei "sofort wirksam", sagte Trump. Hintergrund ist der Handelsstreit zwischen den beiden Ländern.

Merz: Werden Urheber von Leipziger Drohnenvorfall "in nächsten Tagen" feststellen

Die Bundesregierung wird laut Kanzler Friedrich Merz (CDU) in Kürze die für den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen Verantwortlichen benennen. "Wir werden das jetzt in den nächsten Tagen abschließend feststellen und dann wird es dazu sehr bald auch eine entsprechende Reaktion geben", sagte Merz am Donnerstag in der RTL-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz". Der Kanzler verwies auf Ermittlungen des Generalbundesanwalts und der Sicherheitsbehörden, die schon "relativ weit" seien.

UNO fordert nach Meta-Vergleich besseren Kinderschutz in allen Social-Media-Apps

Nach der Ankündigung umfangreicher Änderungen für einen besseren Kinder- und Jugendschutz bei Facebook und Instagram fordert die UNO eine Ausweitung der Maßnahmen auf alle Social-Media-Apps. Die Änderungen sollten "branchenweit umgesetzt werden", schrieb UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Donnerstag im Onlinedienst X.

Textgröße ändern: