Deutsche Tageszeitung - Bundestag beschließt Recht auf Reparatur

Bundestag beschließt Recht auf Reparatur


Bundestag beschließt Recht auf Reparatur
Bundestag beschließt Recht auf Reparatur / Foto: © AFP

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig ein Recht auf Reparatur bei Geräten wie Smartphones, Waschmaschinen und Kühlschränken haben. Der Bundestag beschloss am Donnerstagabend den von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurf. Er sieht vor, dass Hersteller künftig verpflichtet werden, bestimmte Produkte mehrere Jahre zu einem "angemessenen" Preis zu reparieren.

Textgröße ändern:

Bisher haben Verbraucherinnen und Verbraucher nur im Rahmen des zweijährigen Gewährleistungsrechts Anspruch auf Reparatur. Das Recht auf Reparatur soll nun für alle Produkte gelten, für die Hersteller bereits nach derzeitiger Rechtslage Ersatzteile für eine bestimmte Zeit vorrätig halten müssen. Das sind etwa Handys und Tablets, Kühlschränke und Trockner.

Das Gesetz soll auch dazu motivieren, sich im Zweifel für eine Reparatur zu entscheiden: Wer ein fehlerhaftes Produkt innerhalb der Gewährleistungsfirst von zwei Jahren reparieren lässt, für den verlängert sich diese Frist um zwölf Monate auf dann drei Jahre. Dies gilt für alle Verbrauchsgüter, nicht nur für die im Gesetz genannten Geräte.

Außerdem sollen Hersteller künftig nicht mehr verhindern dürfen, dass ein Gerät überhaupt repariert werden kann - etwa durch den Einbau einer Software. Auch sollen sie nicht mehr vorschreiben dürfen, dass nur Original-Ersatzteile benutzt werden dürfen.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hatte den Gesetzentwurf bei der Vorlage kritisiert, weil Formulierungen unklar und Vorgaben in der Praxis kaum umzusetzen seien. So ist nicht klar, was ein "angemessener Preis" für eine Reparatur ist. Das moniert auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), er schlug in einer Stellungnahme Anfang Juni einen Kriterienkatalog für die Bestimmung von Ersatzteilpreisen und eine Höchstlieferfrist für eine Reparatur von fünf Tagen vor. Er verwies auf Umfragen, wonach Reparaturkosten von mehr als 30 bis 40 Prozent des Neukaufpreises sowie lange Reparaturzeiten Verbraucher von einer Reparatur abschrecken.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

VW-Aufsichtsrat kommt zusammen - IG Metall protestiert wegen Sparkurses

Vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen bei Volkswagen kommt am Donnerstag der Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns zu einer Sitzung zusammen. Dabei will der Vorstand den Aufsichtsrat Medienberichten zufolge über seine Pläne für die Zukunft des Autobauers informieren, die auf Gewerkschaftsseite Befürchtungen vor einem möglichen Kahlschlag wecken. Die IG Metall hat deshalb für Donnerstag "an allen Standorten des VW-Konzerns in Deutschland" zu Aktionen aufgerufen.

Trump meidet auf Rückflug vom Nato-Gipfel Air Force One aus Katar

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Rückflug vom Nato-Gipfel in der Türkei überraschend auf den neuen Luxusflieger aus Katar verzichtet, mit dem er angereist war. Stattdessen hob Trump am Mittwoch mit einer Ausweichmaschine seiner alten Air-Force-One-Flotte aus Ankara ab, wie Journalisten an Bord mitteilten. Dies nährte Spekulationen, der katarische Flieger habe Sicherheitsmängel und könne zum Ziel eines iranischen Angriffs werden.

Bundesregierung will Förderung für Heizungstausch ab 21. Juli deutlich absenken

Die Bundesregierung will die staatliche Förderung für den Heizungstausch schon ab dem 21. Juli absenken. Die sogenannte Gebäudeförderung (BEG) werde ab diesem Datum "mit notwendigen Anpassungen" fortgeführt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwochabend mit. Demnach soll unter anderem die Höhe der förderfähigen Kosten etwa für den Einbau einer Wärmepumpe sinken, auch der sogenannte Klimageschwindigkeitsbonus werde "zeitlich gestreckt und schrittweise gesenkt".

Krise der Autobauer: VDA-Präsidentin dringt auf bessere Standortbedingungen

Vor der VW-Aufsichtsratssitzung am Donnerstag hat der Spitzenverband der deutschen Autobauer "einschneidende Reformen" angemahnt, damit die Branche wieder auf einen Wachstumskurs einschwenken könne. "Alles, was Wachstum schafft, muss Priorität haben – sei es mit Blick auf die Sozialabgaben, Steuern, Energiepreise, Bürokratieaufwand oder auch Flexibilisierungen am Arbeitsmarkt", erklärte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. Auch bei den Autobauern selbst sind demnach Anpassungen nötig - dazu gehörten neben Kostendisziplin "leider auch notwendige Personalanpassungen".

Textgröße ändern: