Deutsche Tageszeitung - Zuspruch für Abschaffung von Minijobs - Gastronomie will für Erhalt "kämpfen"

Zuspruch für Abschaffung von Minijobs - Gastronomie will für Erhalt "kämpfen"


Zuspruch für Abschaffung von Minijobs - Gastronomie will für Erhalt "kämpfen"
Zuspruch für Abschaffung von Minijobs - Gastronomie will für Erhalt "kämpfen" / Foto: © AFP/Archiv

Die weitgehende Abschaffung sogenannter Minijobs trifft bei Ökonomen und Gewerkschaften auf Zustimmung. Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, begrüßte den Vorschlag der Rentenkommission. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erklärte, der Vorschlag decke sich mit ihrer langjährigen Haltung. Der Gaststättenverband Dehoga kündigte hingegen Widerstand an: "Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Minijobs kämpfen", sagte Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

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"Vorgeschlagen wird, dass Minijobs nur noch für Schüler gelten", sagte die Wirtschaftsweise Schnitzer den Funke-Zeitungen. Das sei richtig, denn für viele andere seien sie "eine Sackgasse". Gerade Zweitverdienende hätten durch eine Tätigkeit im Minijob weniger Anreize, die Arbeitszeit auszuweiten. "Am Ende erwerben sie keine ausreichenden eigenen Rentenansprüche", sagte Schnitzer. Insbesondere Frauen seien betroffen.

Die Gastro-Gewerkschaft NGG erklärte, sie weise seit Langem auf die strukturellen Probleme von Minijobs hin. "Minijobs haben sich nicht als Brücke in gute Beschäftigung bewährt, sondern zementieren für Millionen Menschen prekäre Arbeitsverhältnisse", erklärte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler. "Statt regulärer Beschäftigung mit sozialer Absicherung fördern sie niedrige Einkommen, fehlende Rentenansprüche und ein erhöhtes Risiko von Altersarmut - besonders für Frauen."

Dehoga-Chefin Schimke verwies darauf, dass in der Branche die Hälfte aller Beschäftigten auf Minijob-Basis arbeite - 1,1 Millionen Menschen. "Sie sichern insbesondere Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und saisonale Spitzen. Es ist nicht möglich, dieses Angebot ohne unsere Minijobber aufrechtzuerhalten."

"Minijobs sind heute eine Subvention für bestimmte Branchen", sagte dazu die Ökonomin Schnitzer. "Ich sehe keinen Grund, warum der Staat dieses Modell dauerhaft fördern sollte."

Die von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hatte in dieser Woche ihre gut 30 Reformvorschläge vorstellen. Ein Vorschlag betrifft die Minijobs, die bisher von Beiträgen in die Rentenversicherung befreit sind. Sie sollten aus Sicht der Kommission "ohne Opt-out-Möglichkeit" in die gesetzliche Rente einbezogen werden. Ausnahmen soll es nur noch für Schülerinnen und Schüler geben.

(O.Tatarinov--DTZ)

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